Wien. Am Montag sind eine Drohne und ein Hubschrauber in Kärnten beinahe miteinander kollidiert.  Der Pilot des Rettungshubschraubers mit einer schwer verletzten Person an Bord wurde in 1.600 Metern Seehöhe zum Ausweichen gezwungen. Der Verursacher des Zwischenfalls konnte bisher nicht ausgeforscht werden. Angeblich ist dies kein Einzelfall. Nun werden die rechtlichen Regelungen für unbemannte Fluggeräte wieder zum Thema gemacht.

Der Luftfahrtrechtsexperte Joachim Janezic forderte verpflichtende Schulungen für Drohnenbesitzer und eine Registrierungspflicht. Im Verkehrsministerium gibt es aktuell Gespräche zu möglichen Anpassungen.


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Verkehrsministerium: Regelungen für Drohnen
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Zu den Schulungen kann sich Janezic auch Prüfungen vorstellen. Der Jurist regte außerdem an, "dass möglicherweise auch schon der Erwerb einer solchen Drohne an eine Registrierung gebunden wird." Das will der Experte mit einer Versicherungspflicht verbinden.

Gespräche initiiert

Im Verkehrsministerium hieß es, in Sachen Drohnen liefen intern und mit der Austro Control Gespräche. Grundsätzlich gebe es in Österreich "eine der strengsten Regelungen", wurde auf die Novelle zum Luftfahrtgesetz Anfang 2014 verwiesen. Drohen hätten sich jedoch noch stärker zu einem Massenprodukt entwickelt und es werde überlegt, die Gesetze weiter an diese Entwicklungen anzupassen. In welche Richtung etwaige Änderungen gehen könnten, war noch offen. Es werde derzeit aber auch an einem europaweiten Regelwerk für Drohnen gearbeitet, erläuterte eine Sprecherin.

Die vor etwas mehr als zweieinhalb Jahren eingeführten Regelungen "haben sich seither sehr bewährt", sagte auch Austro-Control-Sprecher Markus Pohanka. In Österreich habe es bisher keine gravierenden Zwischenfälle mit Drohnen gegeben. Die Bewilligungspflicht beginne bereits bei 250 Gramm Gewicht des Fluggeräts, betonte Pohanka. Dazu werde ein Kennzeichen vergeben. Wer seine Drohne ohne Bewilligung in Betrieb nimmt, begeht eine Verwaltungsübertretung und muss mit bis zu 22.000 Euro Geldstrafe rechnen.

Befristete Bewilligungen

Seit Anfang 2014 wurden etwa 1.500 Anträge auf Bewilligung bei der zuständigen Luftfahrtbehörde Austro Control gestellt, sagte Pohanka. Davon wurden rund zwei Drittel genehmigt. Die Ablehnungen erfolgten aus unterschiedlichen Gründen, einige Anträge wurden auch wieder zurückgezogen. Die Bewilligungen werden zeitlich befristet ausgestellt und müssen aufgefrischt werden. Außerdem gibt es Auflagen, beispielsweise zum Einsatzort des Fluggeräts.