Wien. (kats) "Mit Recht kann ich von ihm als Wolfgang dem Stifter sprechen." Olga Stürzenbecher- Vouk, Präsidentin des Arbeits- und Sozialgerichts Wien, konnte sich kaum mit Lob für den Justizminister zurückhalten. "Wir haben eine Riesenfreude", sagte sie am Montag bei einem gemeinsamen Rundgang mit Wolfgang Brandstetter durch die neuen Räumlichkeiten des Gerichts in der Alsergrunder Althanstraße 39-45. Mitte Jänner ist das Gericht in das renovierte Gebäude umgezogen, in dem zuvor ein Teil der Wirtschaftsuniversität untergebracht war. Wohl nicht zufällig jener Teil, in dem auch Brandstetter in seiner Zeit als Professor residierte. "Dieses Gebäude für diesen Zweck zu adaptieren, geht auf meine Initiative zurück", sagte er.

Nach dem WU-Auszug 2013 diente das Haus eine Zeit lang als Flüchtlingsunterkunft, bevor es die Bundesimmobiliengesellschaft für zwölf Millionen Euro renovierte. Nun ist es, im Gegensatz zum alten Standort in der Wickenburggasse, barrierefrei und technisch auf dem neuesten Stand. Am Arbeits- und Sozialgericht werden jährlich 16.000 Verfahren geführt, darunter Fälle wie jener der Angestellten bei der Drogeriekette Müller, die entlassen wurde, weil sie einen Betriebsrat gründen wollte, was das Unternehmen bestreitet. Das Gericht hat 100 Mitarbeiter, davon 42 Richter, die durchschnittlich innerhalb von sechs Monaten entscheiden.