Wien. Ein Glück, dass nicht mehr passiert ist: Unbekannte Täter warfen in Wien-Margareten zwei Leihfahrräder auf die Gleise der U-Bahn-Linie U4. Sie wurden von einem Zug erfasst, die Garnitur musste mittels Notbremsung gestoppt werden. Die Insassen des Zugs wurden evakuiert. Verletzt wurde niemand, die U4 war über eine Stunde unterbrochen.

Der gefährliche Zwischenfall ereignete sich am Samstag gegen 23.00 Uhr. Die Täter warfen die beiden "Ofo"-Bikes von der Wientalterrasse auf die Gleise. Der Zug war zwischen Margaretengürtel und Pilgramgasse in Richtung Heiligenstadt unterwegs. Er überfuhr die Räder. Die Fahrgäste wurden evakuiert und zur Station Pilgramgasse gelotst, Mitarbeiter der Wiener Linien, Feuerwehrmänner und Polizisten waren im Einsatz.

Die Exekutive ermittelt wegen vorsätzliche Gemeingefährdung. Eventuelle Zeugen der Tat werden gebeten, sich bei der nächsten Polizeidienststelle zu melden.

Es war nicht das erste Mal, dass Leihfahrräder auf die oberirdisch gelegene Fahrstrecke der U4 geworfen wurden. Ein gleich gelagerter Vorfall passierte im Dezember in Meidling, ein Bursch warf ein Rad auf die Gleise, auch dieses wurde von einer U-Bahn-Garnitur erfasst.

Nach zahlreichen Vandalismus-Aktionen wurde die Flotte des stationslosen Leihfahrräder-Anbieters "oBike" aus Singapur Ende März massiv reduziert. Konkurrent "Ofo" aus China hatte gegen Ende des Vorjahres ebenfalls seinen Fuhrpark reduziert - allerdings nur jahreszeitenbedingt. Im März hatte Wien strenge Regeln für die stationslosen Räder eingeführt, nachdem es immer wieder Beschwerden über defekte oder verkehrsgefährdend abgestellte Bikes gegeben hatte. Nun wird die Entfernung dieser Exemplare durch die Anbieter verpflichtend vorgeschrieben.