Wien. Am Freitag fallen zwei außergewöhnliche Himmelsereignisse zusammen. In der Nacht auf Samstag, den 28. Juli, findet die längste Mondfinsternis des 21. Jahrhunderts statt, eine längere wird erst 2123 erwartet. Der Mond wird für cirka 103 Minuten im Erdschatten verschwinden - aber nicht zur Gänze. Außerdem steht der Mars an diesem Tag in Opposition zur Sonne, er steht also am nächsten Punkt zu ihr. Daher wird der Mars am Abendhimmel sehr gut zu sehen sein. Zuletzt gab es im September 2015 eine totale Mondfinsternis, auf die es aber nur in Tirol, Vorarlberg Osttirol und Oberkärnten sowie im östlichen Flachland bis in die Obersteiermark eine gute Sicht gab.

Wer die Mondfinsternis wirklich erleben möchte, braucht neben einem Fernglas vor allem eines: Geduld. Um etwa halb neun wird der Mond am Freitagabend im Südosten aufgehen. Weiter im Westen dauert es etwas länger. In Bregenz ist erst gegen 21 Uhr mit dem Mondaufgang zu rechnen. Die partielle Verfinsterung, bei der der Mond in den Erdschatten wandert, wird etwa um 21:30 stattfinden. Dann wird auch der Planet Mars wegen seiner besonderen Nähe zur Sonne unterhalb des Mondes deutlich zu sehen sein, so wie zuletzt vor 15 Jahren.

- © M. Hirsch
© M. Hirsch

Etwa eine Stunde später, gegen 22 Uhr, wird es spektakulär: Dann setzt die totale Verfinsterung ein, und der Mond leuchtet mit unserem Nachbarplanet Mars um die Wette. Der Mond wird dann rötlich bis bräunlich, weil die Erdatmosphäre das Licht der Sonne reflektiert und auf den Mond wirft. Die Totalität endet um 23:13 Uhr. Zu dieser Zeit soll der Blick auf den leuchtenden Blutmond aber am lohnendsten sein. Am Samstag um 00.19 Uhr verlässt der Mond den Kernschatten, und um 00.43 Uhr verschwindet der Halbschatten am rechten Mondrand.

Das Wetter dürfte mitspielen

Das Wetter zur Mondfinsternis dürfte günstig werden. Die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik rechnet damit, dass vor allem im Süden und Osten Österreichs kaum Wolken den Blick auf die Mondfinsternis trüben werden. Zu Beginn der Totalität ab 21:30 Uhr könnte es allerdings noch Restwolken geben. Die sollten sich aber spätestens gegen Ende des Himmelsspektakels großteils auflösen.

In Wien und Umgebung laden astronomische Vereinigungen zum Mondfinsternis-Schauen. Die Wiener Arbeitsgemeinschaft für Astronomie (WAA) veranstaltet zum Beispiel auf dem Cobenzl, der Sophienalpe und am Laaer Berg "Public Viewings", und das Wiener Astronomische Büro lädt ins Freiluftplanetarium Sterngarten am Georgenberg.