Karte mit Lokalisierung der stärksten Niederschläge der letzten 48 Stunden - © APAweb/APA Grafik
Karte mit Lokalisierung der stärksten Niederschläge der letzten 48 Stunden - © APAweb/APA Grafik

Klagenfurt. In Kärnten hat am Montag in der Früh gespanntes Warten vorgeherrscht. Im Lauf der Nachtstunden waren die Pegelstände der Flüsse nicht besorgniserregend gestiegen, aber spätestens für Mittag rechneten die Meteorologen mit neuerlichen ergiebigen Niederschlägen, ein Italientief sollte in Oberkärnten erneut viel Regen bringen.

Vereinzelt war am Sonntag bereits die Gail über die Ufer getreten, an der Drau gab es vorerst durch das Absenken der Staubecken um mehrere Meter noch genügend Puffer. Die Einsatzkräfte rechneten mit einem Ansteigen der Wasserstände am Montagabend bzw. in der Nacht auf Dienstag. In Lavamünd, das vor sechs Jahren von einem verheerenden Hochwasser heimgesucht worden war, wurden am Wochenende alle Vorbereitungen getroffen, um das Wasser am Eindringen in Wohnhäuser zu hindern. Montagfrüh betrug die Durchflussmenge in Lavamünd knapp unter 1.100 Kubikmeter Wasser pro Sekunde, ab 1.400 Kubikmeter ist mit Überflutungen zu rechnen. Die Einsatzkräfte rechneten auch für den Montagabend fix damit, dass dieser Wert überschritten würde.

Erneut Gewitter und Sturmböen angesagt

Dazu wurden auch erneut Gewitter und teils heftige Sturmböen angesagt. Bereits am Sonntag hatten orkanartige Böen im Rosental südlich von Klagenfurt schwere Schäden angerichtet. Mehr als 1.000 Haushalte waren teilweise den ganzen Tag ohne Strom. Inzwischen konnte die Versorgung weitestgehend wiederhergestellt werden. Auch im unteren Mölltal im Bezirk Spittal rechnete man mit Überflutungen, das Staubecken Rottau bei Kolbnitz wurde vom Verbund abgelassen, im Bereich des Völkermarkter Stausees, wo die Verbundgesellschaft den Pegelstand um vier Meter abgesenkt hatte, beklagten die Fischer bereits ein Fischsterben.