Klagenfurt. Die ganz große Hochwasserkatastrophe ist in Kärnten vorerst ausgeblieben. Zwar war die Situation in Möllbrücke in den frühen Morgenstunden nach wie vor sehr angespannt, unzählige Straßen im ganzen Land wegen des Wassers oder umgestürzter Bäume gesperrt und 10.000 Haushalte ohne Strom. Lavamünd blieb von der ganz großen Flut aber verschont.

Der Loiblpass war für die Nachtstunden wegen des Föhnsturms vorsorglich gesperrt worden, im Lauf der Nacht musste der Wurzenpass wegen Vermurungen gesperrt werden. Gesperrt war auch der Plöckenpass, der Seeberg- und der Paulitschsattel waren ebenfalls blockiert. Die Mölltalbundesstraße war in mehreren Abschnitten gesperrt, dazu kamen Dutzende Landes- und Gemeindestraßen in fast allen Bezirken Kärntens. Zur Gänze verschont blieben eigentlich nur die Bezirke St. Veit/Glan und Feldkirchen.

Polizeiauto von umstürzendem Baum getroffen

In Velden rückte eine Polizeistreife wegen eines umgestürzten Baums auf der Köttmannsdorfer Landesstraße aus, dabei wurde das Polizeiauto von einem weiteren umstürzenden Baum getroffen und schwer beschädigt. Die beiden konnten das Fahrzeug nur noch auf der Fahrerseite verlassen, eine 25 Jahre alte Polizistin musste verletzt im LKH Villach behandelt werden, ihr 58-jähriger Kollege erlitt leichte Verletzungen.

In Rattendorf im Gailtal gab es in der Nacht Großalarm, weil ein Damm gebrochen war, 15 Häuser mussten evakuiert werden. Das Lesachtal war auch in der Früh wegen Vermurungen noch von der Außenwelt abgeschnitten. Die Bevölkerung des eigentlich als am gefährdetsten eingestuften Lavamünd blieben vorerst verschont. Laut Verbund-Sprecher Robert Zechner gelinge es vorerst, die Hochwasserwelle über den Völkermarkter Stausee abzupuffern. Derzeit lasse man rund 1.550 Kubikmeter Wasser pro Sekunde nach Lavamünd durch, ob die Kapazitäten des Stausees für die Wassermassen reichen würden, sei aber noch nicht ganz sicher.