Genf. Internationale Konflikte, Bürgerkriege und andere Katastrophen - die Vereinten Nationen rechnen auch im kommenden Jahr mit mehr als 130 Millionen Menschen in Not. Jeder 70. Mensch weltweit sei von einer Krise betroffen, sagte UNO-Nothilfekoordinator Mark Lowcock am Dienstag in Genf.

Für 2018 hatte die UNO ursprünglich mit 135 Millionen Bedürftigen gerechnet, für 2019 gehen die Experten nun von 132 Millionen aus. Kommendes Jahr dürften UNO-Einschätzungen zufolge mehr als zwei Drittel der Bedürftigen - 94 Millionen Menschen - auf internationale Hilfe angewiesen sein. Dafür seien rund 25 Milliarden Dollar (22,06 Mrd. Euro) an Spenden nötig, etwa so viel wie in diesem Jahr, hieß es. Die UNO-Organisationen wollen unter anderem Behausungen, Nahrung, ärztliche Dienste und Schulen mitfinanzieren.

Für dieses Jahr hatten die Vereinten Nationen bei Regierungen, Stiftungen und anderen Geldgebern um Spenden in der Gesamthöhe von 24,9 Milliarden Dollar gebeten - bis Mitte November kamen allerdings nur 13,9 Milliarden zusammen. Das ist zwar eine Rekordsumme, sie deckt aber nur 56 Prozent, wie aus dem Bericht der UNO-Organisation für Nothilfe (OCHA) hervorgeht.

Zwar sei die Welt reicher als je zuvor und die Zahl der Menschen in Armut sei von 1,2 Milliarden im Jahr 2008 auf unter 750 Millionen im Jahr 2015 gesunken. Aber es gebe mehr gewalttätige Krisen, sie beträfen mehr Menschen und dauerten länger als früher, berichtete OCHA.