Aufgrund der Festnahme des Deutschtürken Adnan Sütcü in der vergangenen Woche warnt der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) Journalisten und Blogger vor Reisen in die Türkei. Der DJV-Vorsitzende Frank Überall warnte, ein Urlaub könne zu einer "bösen Falle" werden.

Überall teilte mit, Journalisten sollten im privaten Urlaub "besondere Vorsicht" walten lassen. Vor der Buchung einer Türkeireise sollten sie überprüfen, ob sie sich in sozialen Netzwerken zu aktuellen politischen Entwicklungen dort geäußert haben.

Auch das deutsche Auswärtige Amt in Berlin hat vor Reisen in die Türkei gewarnt. Festnahmen deutscher Staatsangehöriger habe es mehrfach im "Zusammenhang mit regierungskritischen Stellungnahmen in den sozialen Medien" gegeben. Es müsse davon ausgegangen werden, dass auch nichtöffentliche Kommentare in sozialen Medien etwa durch anonyme Denunziation an die türkischen Strafverfolgungsbehörden weitergeleitet werden.

Das österreichische Außenministerium schreibt in seinen Reiseinformationen: "In den letzten Monaten kam es bei Ein- und Ausreise vermehrt zu teils mehrwöchiger Inhaftierung österreichischer Staatsbürger aufgrund des Vorwurfes regierungskritischer Äußerungen vor allem in sozialen Medien."

Im September wurde der freie österreichische Journalist und Student Max Zirngast in der Türkei festgenommen. Zu Weihnachten wurde er unter Auflagen freigelassen, er darf das Land aber nicht verlassen. Zirngast sieht sich selbst als politischen Gefangenen. Einen fairen Prozess erwartet der 29-Jährige nicht, wie er in einem Interview mit der Onlineausgabe des Magazins Datum erklärte.

Internationale Organisationen wie der PEN Club, Reporters Without Borders, die Europäische Journalistenvereinigung und Index on Censorship haben wiederholt die Freilassung von türkischen und internationalen Journalisten und Schriftstellern gefordert.

(Quellen: APA, BMEIA, AA Deutschland)