Christchurch. In der Al-Noor-Moschee in der neuseeländischen Stadt Christchurch waren zum Zeitpunkt des Anschlags am Freitag Muslime aus aller Welt zum Gebet versammelt. Unter den Toten waren mindestens zwei Jordanier.

Unter den Verletzten waren ein Saudi-Araber, zwei Malaysier, zwei Türken und mindestens fünf Jordanier. Vier Pakistaner wurden verletzt und fünf weitere vermisst, wie das pakistanische Außenministerium mitteilte. Nach Angaben des diplomatischen Vertreters Indiens werden neun Menschen vermisst, die die indische Staatsbürgerschaft haben oder indischer Abstammung sind.

Rund 42 Verletzte wurden im Krankenhaus von Christchurch wegen Schussverletzungen behandelt, darunter auch kleine Kinder.

Andere Gläubige entkamen knapp dem Angriff. Unter ihnen waren 17 Mitglieder des Kricket-Teams von Bangladesch, deren Mannschaftsbus gerade bei der Moschee ankam, als die Schüsse fielen. Seine Spieler hätten gesehen, wie "blutende Menschen aus der Moschee kamen", berichtete Manager Khaled Mashud. Vorsichtshalber seien alle dann im Bus in Deckung gegangen.

Voller Gewalt und Verschwörungstheorien

Der Name des Attentäters wurde offiziell noch nicht bekanntgegeben, doch bestätigte Australiens Premierminister Scott Morrison, dass es sich um einen australischen Staatsbürger handle. Er beschrieb den Mann als "extremistischen, rechtsgerichteten, gewalttätigen Terroristen". Internationale Medien gaben den Namen des mutmaßlichen Täters mit Brenton Tarrant an.

Vor seinem Anschlag veröffentlichte der Mann ein 74-seitiges Hass-Manifest, aus dem deutlich wird, dass der Angriff Muslimen galt. Zugleich ruft er darin zu Anschlägen auf ranghohe Politiker auf, die er als "Feinde unserer Rasse" bezeichnet. Ganz oben auf der Liste stehe Deutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel, erklärte er.

Attentäter soll Kontakte in Europa haben

Überschrieben ist das Hass-Manifest mit "The Great Replacement" (Der große Austausch). Der Titel geht auf eine aus Frankreich stammende rechtsextreme Verschwörungstheorie zurück, wonach die Bevölkerung in Europa durch Zuwanderer ersetzt werden soll, deren Geburtenrate deutlich höher sei.

Sich selbst beschreibt er in dem Manifest als 28-jährigen gebürtigen Australier aus einer einkommensschwachen Arbeiterfamilie. Nach eigenen Angaben war er mehrere Jahre in Frankreich, Spanien und Portugal unterwegs. Die Behörden in Sofia leiteten wegen einer Bulgarienreise Ermittlungen ein. Australischen Medienberichten zufolge arbeitete er, bevor er nach Neuseeland kam, als Fitnesstrainer im australischen Ort Grafton nördlich von Sydney.

Auf Bildern von den Waffen des Täters sind darauf handgeschriebene Namen von mehreren historischen Militärvertretern und historischen Ereignissen zu erkennen. Viele von ihnen erinnern an die Tötung von Muslimen, darunter die Beschriftung "Vienna 1683", die auf das Ende der Belagerung Wiens durch die Osmanen verweist. (apa/afp)