Rom. Es war der Beginn der "Österlichen drei Tage", die das Gedenken an die Kreuzigung Jesu am Karfreitag beinhalten und in der Feier der Auferstehung Christi in der Osternacht ihren Höhepunkt finden. Den Auftakt bildeten die Chrisam-Messe und die Gründonnerstagsmesse. Diese zelebrierte Papst Franziskus in der Justizvollzugsanstalt Velletri bei Rom, wo 560 Häftlinge ihre Strafe verbüßen. Während der Messe wusch der Pontifex zwölf Insassen die Füße. Er kniete vor jedem nieder, übergoss die Füße mit Wasser und küsste sie.

Es war das fünfte Mal, dass Franziskus während seines Pontifikates zur Gründonnerstagsliturgie ein Gefängnis auswählte. Seine Vorgänger vollzogen die Fußwaschung meist an verdienten Klerikern. Das Ritual erinnert an eine Liebesgeste Jesu an seinen Jüngern beim Letzten Abendmahl.

Für das katholische Kirchenoberhaupt bringt die Karwoche ein dichtes liturgisches Programm. Bereits am Donnerstagmorgen weihte Franziskus in der sogenannten Chrisam-Messe im Petersdom die heiligen Öle, die für Weihe- und Segenshandlungen gebraucht werden.

Am Karfreitag steht neben der Feier vom Leiden und Sterben Christi im Petersdom der abendliche Kreuzweg beim Kolosseum an. Dabei gehen Gläubige die 14 Stationen des Leidensweges Jesu nach. Die Meditationstexte stammen heuer von der italienischen Ordensfrau und Aktivistin gegen Menschenhandel Eugenia Bonetti.

In der Osternachtfeier am Samstagabend wird der Papst in der Vorhalle des Petersdoms das Osterlicht entzünden. Höhepunkt der Osterfeiertage ist die Messe auf dem Petersplatz in Rom am Sonntag, bei der Franziskus den Segen "Urbi et Orbi" ("Der Stadt und dem Erdkreis") spenden wird.