Wien/Colombo. (red) Die Insel gilt als Paradies, das aber noch nicht überrannt ist: Sri Lanka wurde vom Reiseführer "Lonely Planet" als "bestes Land 2019" für unabhängige Reiselustige genannt. Das Land schien sich Stück für Stück nach dem Ende des Bürgerkriegs vor einer Dekade zu einer Traumdestination zu entwickeln.

Doch nach den Anschlägen vom Ostersonntag ist Sri Lanka für viele zu gefährlich. Unter den 321 bisher gezählten Todesopfern waren 38 ausländische Touristen. Darunter befinden sich etwa drei von vier Kindern des reichsten Mannes Dänemarks, Holch Povlsen, der Besitzer des Textilkonzern Asos, eine britische Mutter und ihr Sohn sowie zwei Australier. Zwei Spanier und zwei Schweizer sind ebenso unter den Toten. Auch wenn ein Opfer noch nicht identifiziert wurde - Österreicher scheinen nicht betroffen zu sein.

Sri Lanka spielt bei österreichischen Reisenden nur eine untergeordnete Rolle - absolut nicht vergleichbar mit den Seychellen, den Malediven und Thailand, erklärten die Reiseveranstalter Österreichisches Verkehrsbüro und TUI auf Anfrage der Austria Presseagentur. Den Warnungen des Außenministeriums, nicht notwendige Reisen zu unterlassen, schließe man sich an, so das Verkehrsbüro. Es werde ein Gratis-Storno angeboten.

Im Vorjahr zählte Sri Lanka 2,3 Millionen Touristenankünfte. Das sind um 400 Prozent mehr als 2009, als der Bürgerkrieg beendet wurde.

Am Flughafen in Colombo berichteten Touristen von ihrer Erleichterung, die Insel zu verlassen. Ankommende erklärten, sie würden die Hauptstadt meiden.

Tourismus ist Sri Lankas drittgrößte Quelle von Fremdwährung, nach privaten Überweisungen von im Ausland lebenden Angehörigen und nach den Exporten der Textilindustrie. Er machte 2018 fast 4,9 Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus. Laut Citi Asia Economics werden die Anschläge nicht nur das ohnehin schon schwache Wirtschaftswachstum (nur 3,2 Prozent 2018 - das ist ein 17-Jahres-Tief treffen), sondern auch die Fremdwährungsreserven des Landes.