Colombo. Der mutmaßliche Drahtzieher der Anschläge in Sri Lanka, der Islamistenanführer Zahran Hashim, ist nach Regierungsangaben bei einer der Attacken ums Leben gekommen. Sri Lankas Staatschef Maithripala Sirisena sagte am Freitag, das hätten ihm die Geheimdienste mitgeteilt.

Hashim galt als der Anführer der Islamistengruppe National Thowheeth Jama'ath (NTJ), die für die Anschläge verantwortlich gemacht wird, und stand offenbar im Zentrum eines Bekennervideos der Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS).

Gefahr in Ski Lanka ist noch nicht gebannt 

Sieben sri-lankische Selbstmordattentäter hatten sich am Ostersonntag nahezu gleichzeitig in drei Kirchen in mehreren Städten und drei Luxushotels in der Hauptstadt Colombo in die Luft gesprengt. Einige Stunden später zündeten zwei weitere Terroristen in einem kleinen Hotel und in einem Wohnhaus in Vororten Colombos Bomben. Ein weiterer Anschlag auf ein Fünf-Sterne-Hotel scheiterte.

Nach den Anschlägen in Sri Lanka hat die Polizei die Bevölkerung um Hinweise zu sechs Verdächtigen gebeten. Sie veröffentlichte am Donnerstag die Namen und Fotos von drei Männern und drei Frauen. Diese würden im Zusammenhang mit den Selbstmordanschlägen vom Ostersonntag gesucht. Einige Twitter-Nutzer gaben an, dass eines der Bilder möglicherweise eine bekannte muslimische US-Aktivistin mit sri-lankischer Abstammung zeige.

76 Verdächtige in Gewahrsam

Die US-Botschaft in Sri Lanka warnte vor möglichen weiteren Anschlägen auf Gotteshäuser. Diese sollten von Freitag bis Sonntag gemieden werden, twitterte die Botschaft am Donnerstag unter Berufung auf die sri-lankischen Behörden. "Bleiben Sie weiter wachsam und meiden Sie größere Menschenmengen", hieß es.

Inzwischen befanden sich nach Behördenangaben vom Donnerstag 76 Verdächtige in Gewahrsam. Die Regierung hatte aber bereits gewarnt, dass sich noch Verdächtige auf der Flucht befänden. Manche von ihnen seien im Besitz von Sprengstoff. In den vergangenen Tagen wurden mehrere verdächtige Gegenstände in der Hauptstadt Colombo kontrolliert gesprengt. Bomben wurden aber nicht gefunden.

Zahl der Toten nach unten korrigiert

Die Zahl der Toten wurden unterdessen nach unten korrigiert. Nicht 359 Menschen - wie ursprünglich vermutet - kamen ums Leben, sondern 253. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums waren nach den Explosionen am Ostersonntag mehrere schwer verstümmelte Leichen doppelt gezählt worden. (apa, dpa, afp)