Welche Rolle spielen da Roboter?

Ein robuster Roboter, der die Menschen auf dem Mars bei manchen Arbeiten entlasten könnte, wäre schon vorstellbar. Der müsste aber vor Ort gesteuert werden, weil das Signal von der Erde im Mittel 13 Minuten in eine Richtung baucht. Er wäre wahrscheinlich schwerer als ein Mensch und auch nicht wartungsfrei. Die Frage ist, ob es sich auszahlt.

Wie kämen die Siedler überhaupt zum Mars?

Da hängt viel von der Leidensfähigkeit ab. Wenn ganz wenig Wohnraum für die 240 Tage Reisezeit genügt, würde das "Orion"-Raumschiff von Nasa und ESA mit fünf Metern Durchmesser für vier Astronauten genügen. Das bietet auch nicht viel mehr Platz als die Mondkapsel 1969. Mehr Platz böte eine Art Mini-Raumstation, ähnlich dem russischen Teil der ISS. Alternativ könnte man auf dem Mond oder im Orbit ein richtig großes Marsraumschiff für 25 bis 50 Leute bauen, mit einem rotierenden Ring für künstliche Gravitation. Dieser bräuchte einen entsprechend großen Durchmesser, weshalb man wegen der Aerodynamik leichter vom Mond aus starten könnte. Die Schwerbauteile dafür könnte man auf dem Mond herstellen, die Elektronik käme von der Erde.

Das setzt aber eine Industrie auf dem Mond voraus.

Mein Primärziel wäre, als erstes das vorhandene Aluminium abzubauen. Wenn man die Aluminiumoxide elektrisch aufspaltet, bekommt man auch gleich als Abfallprodukt Sauerstoff. 15 bis 30 Jahre nach Projektbeginn könnte man auf dem Mond produktiv werden und auch Erzeugnisse exportieren.

Welchen Antrieb haben Sie für den Marsflug im Sinn?

Wasserstoff ist bereits ein etablierter Treibstoff, allerdings kann man sich nicht darauf verlassen, dass auf dem Mond genügend Wasser vorhanden ist. Man kann auch Aluminiumoxid den Sauerstoff entziehen und in flüssiger Form einlagern, um ihn mit ganz klein pulverisiertem Aluminium zu vermischen innerhalb von ein- und demselben Treibstoffgemisch. Das brennt auch hervorragend. Da sind wir allerdings erst im Experimentierstadium.

Sonnenenergie ist kein Thema?

Bei einigen Satelliten, die wenig Schub benötigen, beschleunigt Solarstrom ein Antriebsgas in geringen Mengen. Für ein großes Raumschiff bräuchte man eine große und damit massereiche Energiequelle, sodass der Antrieb nicht effizient wäre. Auf dem Mars wäre Solarenergie durchaus eine Option. Auf dem Mond ist es abgesehen von den Polen 14 Tage lang hell und 14 Tage lang dunkel. Persönlich würde ich für eine langfristige autarke Energieversorgung ein Kernkraftwerk favorisieren.

Ein AKW, das in die Erdatmosphäre startet, birgt aber Risiken.