Kiew. Brennende Flugzeugtrümmer und tote Passagiere noch angeschnallt in ihren Sitzen - es sind tragische Bilder, die sich am 17. Juli 2014 in der Ostukraine bieten. In der Ortschaft Hrabowe kracht an dem Tag ein malaysisches Flugzeug mit 298 Menschen an Bord auf die Erde - abgeschossen über dem Kriegsgebiet Donbass. Soweit herrscht Einigkeit über die Katastrophe. Doch auch am fünften Jahrestag bleiben viele Fragen zur MH17-Tragödie offen.

Eine internationale Untersuchungskommission in den Niederlanden sieht erdrückende Beweise für eine Schuld der aus Russland unterstützten Separatisten. Vier Verdächtige, drei Russen und ein Ukrainer, benannten Ermittler im Juni. Sie sollen die Maschine mit einer Rakete russischer Bauart vom Luftabwehrsystem Buk abgefeuert haben. Gegen sie beginnt am 9. März 2020 der Prozess in den Niederlanden, weil das Land die meisten Opfer zu beklagen hat. Auch Menschen aus Malaysia, Australien, Indonesien, Deutschland und Belgien, von den Philippinen und aus Kanada und Neuseeland starben damals.

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Moskau weist Schuld von sich

Die Toten des MH17-Fluges sind bis heute die größte einzelne Opfergruppe dieses blutigen Konflikts im Donbass, bei dem laut UNO-Schätzungen rund 13.000 Menschen starben. Russland weist bis heute jede Verantwortung zurück. Eine Überstellung müssen die wegen 298-fachen Mordes Verdächtigten deshalb nicht befürchten. Erst auf dem G-20-Gipfel in Japan Ende Juni sprach der niederländische Premier Mark Rutte mit Russlands Präsident Wladimir Putin wieder über den Fall. Die Familien der Opfer erhoffen sich Klarheit - und eine Entschuldigung Russlands.

Die russische Position sei klar, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow dagegen kurz vor dem Jahrestag. "Und sie basiert natürlich darauf, dass Ermittlungen ohne Beteiligung Russlands wohl kaum anerkannt werden können."

Wie gerufen kam Russland da auch die neuerliche Reaktion des malaysischen Premiers Mahathir Mohammad auf die Ermittlungsergebnisse. Er deutete eine Verschwörung gegen Moskau an. "Das war von Anfang an eine politische Frage, wie man Russland eines Fehlverhaltens beschuldigen kann." Es gebe bisher keine Beweise gegen das Land.

Russland hat immer wieder andere Versionen gestreut. Lange hieß es, ein Flugzeug könne die MH17 abgeschossen haben. Ein nach Russland geflüchteter ukrainischer Zeuge nannte sogar den Namen eines ukrainischen Piloten, der mit einem Kampfjet Suchoi Su-25 die Maschine abgeschossen haben soll. Der Pilot erschoss sich 2018. Zu den Verschwörungstheorien gehörte auch, der Mann habe das Flugzeug von Putin treffen wollen.