Auch unter Chinas Buddhisten wird über Missbrauch diskutiert. Abt Xuecheng (学诚) bestreitet die Vorwürfe. - © Wazguo - CC 4.0
 Auch unter Chinas Buddhisten wird über Missbrauch diskutiert. Abt Xuecheng (学诚) bestreitet die Vorwürfe. - © Wazguo - CC 4.0

Abt Xuecheng, einer der wichtigsten buddhistischen Mönche Chinas, ist aufgrund von Missbrauchsvorwürfen vom Vorsitz der Buddhistischen Vereinigung zurückgetreten. Das teilte die Pekinger Behörde für Religionsangelegenheiten am Mittwoch mit.

Der 51-jährige wird beschuldigt, mehrere Nonnen zu sexuellen Handlungen gezwungen zu haben, was er zurückweist. Abt Xuecheng habe mindestens sechs Nonnen dazu gedrängt, Sex mit ihm zu haben, hieß es in einem Bericht an Regierungsmitarbeiter, der Anfang August in sozialen Medien kursierte. Abt Xuecheng war bis zu seinem Rücktritt das Oberhaupt der Buddhistischen Vereinigungen Chinas, die etwa 240.000 Mönchen versammelt.

Verfasst wurden die Vorwürfe von zwei Mönchen, die wie Abt Xuecheng dem Pekinger Longquan-Kloster angehören. Demnach habe der Mönch den Frauen gesagt, dass der Geschlechtsverkehr Teil ihres Studiums der buddhistischen Lehre sei. Offiziell wies der Tempel jedoch die Anschuldigungen zurück und bezeichnete den Bericht als "fabriziert".

Die Anschuldigungen gegen den Mönch sind der jüngste Aspekt der #MeToo-Bewegung in China. Das Schlagwort #MeToo ist Symbol einer weltweiten Bewegung, die auf sexuelle Belästigungen und sexuelle Übergriffe aufmerksam macht.

Trotz erheblicher Zensur und Polizisten, die sich weigern, Anschuldigungen nachzugehen, sind zuletzt Dutzende Frauen in China mit Belästigungs- oder sogar Vergewaltigungsvorwürfen gegen Chefs oder Kollegen an die Öffentlichkeit gegangen.