Das Team der Wega-Medics besteht derzeit aus 14 Beamten in verschiedenen Ausbildungsstufen. Zehn sind Rettungssanitäter, drei Notfallsanitäter und Christoph Bozek-Leitgeb ist derzeit Notfallsanitäter mit zusätzlichen Notfallkompetenzen der Arzneimittelgabe, Venenzugang und Infusion. Darüber befindet sich nur die Weiterbildungsstufe zum Notfallsanitäter, der auch künstliche Beatmung und Intubation vornehmen kann.

Halbes Jahr Ausbildung

Etwa ein halbes Jahr dauert die Ausbildung, bis interessierte und geeignete Beamte der Spezialeinheit auch als Wega-Medic zur Seite stehen. An seinen ersten Einsatz als Wega-Medic kann sich Bozek-Leitgeb nicht mehr erinnern. Prägende Erlebnisse gab es für den Beamten, der schon Opfer mit schweren Stich- und Schussverletzungen versorgen musste, jedoch einige. "Im Frühling dieses Jahres wurde ein Mann mit mehreren Stichverletzungen auf offener Straße aufgefunden. Wir haben ihn damals versorgt und bis ins Krankenhaus begleitet", erinnert er sich. "Man sieht, wie die Verletzten langsam in einen Zustand abgleiten, in dem sie ohne professionelle Hilfe sterben würden. Wir können das nur hinauszögern", schildert der Wega-Medics-Leiter.

Alles aus Militärtechnologie

Für diese effektive Erstversorgung sind die Wega-Medics gut ausgestattet. Ihre mehr als zehn Kilogramm schwere Ausrüstung ist zweigeteilt. "Der große Hauptrucksack wird in der Nähe zum Einsatzort behalten", erklärt Bozek-Leitgeb. Darin befinden sich Materialien zur weiteren Versorgung wie eine Nackenstütze, Schienen, ein Beatmungsbeutel, Wärmedecken, Kompressen und auch eine Sauerstoffflasche sowie Reinigungsflüssigkeit, um Augen etwa nach einem Angriff mit Pfefferspray auswaschen zu können.

Der kleinere Rucksack hingegen wird vom Beamten geschultert, bevor er sich vorwagt. Darin befindet sich alles für die Erstversorgung, angefangen von Schnellkompressen, die mittels Klemmvorrichtung auch von selbst Druck ausüben oder Tourniquets, mit denen Blutungen durch Abbinden gestoppt werden können. Auch selbstklebende Thoraxfolien, die schwere Stichverletzungen im Brustbereich schließen können, haben die Medics dabei. Damit hatten sie der Schwerverletzten im Alsergrund das Leben gerettet. "Der Großteil der Ausrüstung hat seinen Ursprung in Militärtechnologie", erklärt Bozek-Leitgeb.

Das Interesse an der Weiterbildung unter den Kollegen ist groß, aber nicht für jedermann, sagt er. Denn die medizinische Zusatzausbildung ist nicht nur äußerst zeit- und arbeitsintensiv, sondern erfordert auch dauernde eigenständige Weiterbildung. "Es ist wie ein zweiter Job, zuzüglich zur Vollzeitarbeit als Wega-Beamter. Natürlich schafft das nicht ein jeder und es schreckt Kollegen mitunter auch ab", gibt der Chef der Wega-Medics zu bedenken.