Wien. (apa/red) Das geplante Hochhaus-Projekt am Heumarkt könnte sich einer Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) unterziehen müssen. Für den 18. März hat das Bundesverwaltungsgericht eine mündliche Verhandlung zu dieser Frage anberaumt, berichteten Vertreter mehrerer Bürgerinitiativen bei einer Pressekonferenz am Freitag.

Die Initiative "Alliance for Nature" hatte gemeinsam mit zehn weiteren Personen Beschwerde gegen den Bescheid der Stadt Wien, auf eine UVP zu verzichten, eingelegt. Das Gericht entschied daraufhin, dass in einer mündlichen Verhandlung geklärt werden soll, ob doch eine UVP nötig ist.

Es sei zu prüfen, "ob zu erwarten ist, dass durch das Vorhaben unter Berücksichtigung des Ausmaßes und der Nachhaltigkeit der Umweltauswirkungen der Schutzzweck, für den das schutzwürdige Gebiet der Kategorie A des Anhanges 2 der Welterbestätte ‚Historisches Zentrum von Wien‘ festgelegt wurde, wesentlich beeinträchtigt wird", heißt es im Schreiben des Gerichts. Als Sachverständiger wurde Architekt Manfred Wehdorn, der Ende der 1990er Jahre die Bewerbung zur Aufnahme der Wiener Innenstadt in die Liste des Unesco-Welterbes mitbetreute, bestellt.

Wehdorn hatte sich 2016 in der "Presse" für den Erhalt des Weltkulturerbe-Status Wiens ausgesprochen. "Das ist ein Bekenntnis zur Verantwortung für eine historische Stadt. Wir brauchen ihn unbedingt", sagte er damals. Wie die "Presse" berichtete, prüft Michael Hecht, der Anwalt des Heumarkt-Entwicklers Wertinvest, einen möglichen Befangenheitsantrag gegen Wehdorn.

"Sollte das Bundesverwaltungsgericht zum Schluss kommen, dass eine UVP nötig ist, wird sich das Verfahren sicherlich über Monate, wenn nicht Jahre erstrecken", meint Christian Schuhböck von "Alliance for Nature". Seine Initiative werde sich am UVP-Verfahren beteiligen, sollte es zu so einem solchen kommen.