Wien. (apa/dab) Eine Größe des Wiener Rotlichtmilieus musste am Montag im Wiener Straflandesgericht auf der Anklagebank Platz nehmen. Dem 47-Jährigen wird vorgeworfen, seine Ex-Freundin sowie eine Promi-Anwältin und zwei weitere "Gürtel-Größen" auf sozialen Medien gestalkt und beschimpft zu haben. Die Verhandlung wurde vertagt, der Angeklagte enthaftet.

Der Mann wurde bereits zwei Mal wegen ähnlicher Vorwürfe verurteilt, nur um gleich danach wieder Kommentare abzugeben, aufgrund derer er prompt wegen "Cyber-Mobbings" festgenommen wurde. Dabei fühlt sich der Angeklagte selbst verfolgt: vor allem von seiner Ex, einem auch der breiteren Öffentlichkeit bekannten Nacktmodell. Als der Frau von Medien angeblich erklärt wurde, die Verbindung mit einer Rotlicht-Größe würde ihrer Karriere schaden, wollte sie nicht mehr mit ihm abgelichtet werden. Zudem wollte sie Nacktfotos von dessen Blogs entfernt sehen.

Der Mann kam diesen Wunsch nicht nach. Mit einem ordinären Schimpfwort, das er seiner Ex verpasste, schaffte er es nicht nur zu einer Vorstrafe, sondern angeblich auch in ein österreichisches Wörterbuch, worauf er offensichtlich bis dato äußerst stolz ist. Es folgten einstweilige Verfügungen, die Einschaltung der Promi-Anwältin sowie zweier Milieu-Größen, die sich allesamt nach Darstellung des Angeklagten gegen ihn verschworen haben.

Das Quartett soll er im Internet beschimpft und unzumutbar in deren Lebensführung beeinträchtigt haben. Der Richter hielt ihm zig Postings und Einträge vor. Das wären alles keine Beleidigungen, sondern nur Spitznamen bzw. milieutypische Ausdrücke, so der Mann. Da seine Ex dem Gericht vor dem Prozess neue Anschuldigungen gegen ihn übermittelt hatte, wurde die Verhandlung auf unbestimmte Zeit vertagt.