Wien. (apa/dab) Ausgedehnte Spritztouren mit einem gekaperten Linienbus hatten am Montag ein gerichtliches Nachspiel für einen 17-Jährigen. Der Bursche hatte die Vordertüren von außer Betrieb befindlichen Linienbussen aufgezwängt und war mit ihnen in der Gegend herumgefahren. "Es hat Spaß gemacht", sagte er.

Es war nicht das erste Mal, dass er vor dem Strafrichter saß. Bereits im Dezember wurde er zu einer Bewährungsstrafe verurteilt, weil er seine Ex-Freundin bedroht hatte. Am Montag verurteilte Richter Andreas Hautz den Jugendlichen nun zu sieben Monate Haft, davon zwei Monate unbedingt. Neben der unbefugten Inbetriebnahme von Fahrzeugen wurde der Jugendliche für eine erneute gefährliche Drohung bestraft, die sich dieses Mal gegen seine Mutter bzw. den Stiefvater gerichtet hatte. Das Urteil ist rechtskräftig. "Das ist fern von dem, was ein Jugendstreich ist. Das ist ein ganz gemeingefährliches Verhalten", sagte Hautz.

Fahrt mit Freunden

Das erste Fahrzeug kaperte der Bursch am 2. Februar, nachdem er den Bus verpasst hatte, der ihn Richtung Innenstadt bringen hätte sollen. "Ich wollte nicht warten", so der Angeklagte. Er begab sich zum nahe gelegenen Privatgelände eines Unternehmens, das für die Wiener Linien Routen betreibt, drückte die Tür eines Busses auf und startete - die Fahrzeugschlüssel befanden sich neben dem Lenkrad - das Gefährt.

"Wie haben Sie gewusst, wie man so einen Bus fährt?", wunderte sich der Richter, zumal der Angeklagte keinen Führerschein hatte. Der Bursche blieb die Antwort schuldig.

Mit dem Bus vergnügte er sich mehrere Stunden. Er rief Freunde und Bekannte an, ließ diese zu- und aussteigen. Nervös wurde er erst, als ihn ein Mädchen auf eine Polizeikontrolle aufmerksam machte und in eine enge Seitenstraße dirigierte. "Es war dunkel, ich hab’ einen Mistkübel übersehen", sagte er. Mit der Kollision war die Ausfahrt beendet, der Bursch ließ den Bus einfach stehen und machte sich davon. Er unternahm anschließend zwei weitere Ausfahrten: "Es hat Spaß gemacht mit dem ersten Bus." Die zweite Fahrt endete ebenfalls mit einer Kollision, bei der dritten erwischte ihn die Polizei. Dem betroffenen Unternehmen entstand bei den zwei Kollisionen ein Sachschaden von 4500 Euro.