So soll die Zieglergasse in einem Jahr aussehen. - © Zoom VP.AT
So soll die Zieglergasse in einem Jahr aussehen. - © Zoom VP.AT

Wien. Wie berichtet, soll die Zieglergasse im 7. Bezirk um 2,4, Millionen Euro mit Nebelduschen und Baumpflanzungen zur "kühlen Meile" umgebaut werden. Derartige Maßnahmen wurden bereits jeweils von Wiener SPÖ und dem grünen Koalitionspartner angekündigt. Und zwar flächendeckend und dort, wo in der Stadt im Sommer Hitzeinseln entstehen können. Aber einen konkreten Masterplan dürfte es dafür nicht geben.

Dass ausgerechnet eine ohnehin schon sehr attraktive Gasse den Anfang macht, sei Zufall. "Das macht halt der 7. Bezirk, weil es unser Bezirk ist und man sich leicht darauf einigen konnte. Da wo wir können, tun wir halt", hieß aus dem grünen Klub am Montag. Allerdings sei Ähnliches auch auf der Rotenturmstraße geplant - und eventuell im Zuge der Neugestaltung der Praterstraße. Ein übergeordneter Plan sei deshalb nicht möglich, weil man von jedem Bezirk die Zustimmung benötige. "Und rote, blaue und schwarze Bezirke wollen meistens nicht, dass Parkplätze wegfallen. Das ist das Problem."

Strategieplan als Basis

Der einzige Plan der Grünen dürfte sein, einen Plan zu erarbeiten. Zumindest hatte das die designierte grüne Vizebürgermeisterin Birgit Hebein vor kurzem angekündigt: Nach einer fünfjährigen Erhebung aller Hitzeinseln solle diesen dann mit "drei Bs" - "Bankerl, Bäume, Brunnen" - der Garaus gemacht werden. Kein Stadtbewohner soll dann länger als 250 Meter gehen müssen, um zu einer "Grünoase" zu gelangen, hieß es. Auch neue Parks sollen gebaut werden - mit dem Geld aus einem "noch zu dotierenden Klimaschutzfonds".

Die SPÖ hat zwar auch keinen übergeordneten Masterplan. Aber sie weiß anhand des Urban Heat Strategieplans der MA22 (Klimaschutzabteilung), wo man konkret ansetzen muss. Der Urban Heat Strategieplan bietet u.a. genaue Informationen über die Wirksamkeit der einzelnen Maßnahmen auf das Klima in der Stadt und im Grätzel. Auf dieser Basis hat Umweltstadträtin Ulli Sima im Zuge einer Klubklausur im März bereits den Ausbau bestehender Projekte angekündigt - u.a. weitere Fassadenbegrünungen vor allem in Favoriten, 3000 Baumpflanzungen im Jahr und eben auch Nebelduschen sowie Brunnen- und Parkprojekte.

In Aussicht gestellt wurde darüber hinaus ein Fördertopf für die Bezirke: in der Höhe von 500.000 Euro für die nächsten zwei Jahre. Angesichts der Kosten für die "Abkühlung" der Zieglergasse von 2,4 Millionen Euro scheint der Fördertopf allerdings wenig Motivation für jene besagten Bezirke zu erzeugen, die ihre Parkplätze nicht hergeben wollen.