Wien. Schnell gehen die Wogen hoch, wenn sich auf dem Flughafengelände nicht sofort ein Stellplatz finden lässt, denn freie Halteflächen im Abflugbereich sind zwischen Taxi, Uber und Privat-Pkw rar, Urlaubsstimmung kommt da keine auf.

Ab Donnerstag wird deshalb eine Schrankenanlage bei der Abflugrampe am Flughafen Wien in Betrieb genommen. Nach einer kostenlosen Durchfahrtszeit von zehn Minuten fallen pro angefangener Viertelstunde 2 Euro Parkgebühr an. Diese sind beim Verlassen des Geländes zu bezahlen. Damit solle die Aufenthaltsdauer pro Pkw verkürzt und der missbräuchlichen Verwendung der Halteflächen Einhalt geboten werden, heißt es seitens des Flughafens. Ursprünglich war die Inbetriebnahme der Schranken für morgen, Mittwoch, angesetzt. Sie wurde aber wegen der technischen Abnahme der Anlage um einen Tag verschoben.

Startbetrieb bis Anfang Juni

Bis Anfang Juni befindet sich die Anlage noch im Startbetrieb, die zehn Gratis-Minuten gibt es dann bei jeder Zufahrt. Danach soll dies erst wieder nach einer Wartezeit möglich sein, der genaue Zeitrahmen dafür steht noch nicht fest. Das Ausmaß einer solchen Wartezeit ist vor allem für die zahlreichen Fuhrparkdienste ein relevantes Detail. Mit der nun angekündigten Startphase reagiert der Flughafen auf Kritik einzelner Zubringer.

Künftig erreicht man nach Verlassen der Autobahn erst eine fünfspurige Schrankenanlage, wo ein Ticket gezogen wird. Wer nur kurz zum Ein- oder Aussteigen hält, kann die Ausstiegszone entlang des Terminalgebäudes nutzen, für ein längeres Abstellen der Fahrzeuge werden die jetzigen Kurzparkzonen K1 (bei Terminal 1A) und K4 (bei Terminal 3) zu Parkzonen umfunktioniert. Weitere Schranken in diesem Bereich wird es nicht geben.

Fünf Spuren hinein, drei Spuren hinaus

Bei Verlassen des Geländes soll eine Kennzeichenerkennung den Prozess beschleunigen, indem die Schranken für Autos, die weniger als zehn Minuten auf dem Gelände verbracht haben, automatisch aufgehen. Die Bedenken, es könnte beim Verlassen des Geländes zu einer Nadelöhr-Situation kommen, da die Ausfahrt nur dreispurig angelegt ist und somit zwei Spuren weniger aufweist als die Zufahrt, teilt man seitens des Flughafens nicht: "Das Nadelöhr ist jetzt gegeben, durch die missbräuchliche Stellplatzverwendung", meint Flughafen-Sprecher Peter Kleemann.

Michael Steinparzer, Referent der Sparte Transport und Verkehr in der Niederösterreichischen Wirtschaftskammer, zeigt sich ob der geplanten Änderungen und nach Gesprächen mit dem Flughafen Wien zuversichtlich: "Ich glaube, dass wir eine Lösung gefunden haben, mit der unsere Fahrer leben können." Auch das Taxiunternehmen 40100 begrüßt die Maßnahme prinzipiell. Diese werde, so die Hoffnung, dem Wildwuchs Einhalt gebieten, der - auch für die Taxifahrer - immer wieder zu Beeinträchtigungen geführt habe.