Wien. Die Wiener Stadtwerke feiern den 70. Geburtstag: Seit 1949 ist der Infrastrukturkonzern für wichtige kommunale Bereiche wie Verkehr oder Energie zuständig. Seit Bestehen wurden 70 Milliarden Euro investiert. Die jährlichen Erlöse betragen rund 3,5 Milliarden Euro, wie am Donnerstag in einer Pressekonferenz vorgerechnet wurde. Auch in den kommenden 5 Jahren sollen mehr als 4 Milliarden Euro in den Ausbau der städtischen Infrastruktur, zu gleichen Teilen in die Bereiche Mobilität und Energie, investiert werden.

Die zuständige Stadträtin Ulli Sima (SPÖ) und die beiden Vorstände Martin Krajcsir und Peter Weinelt verwiesen auf das aktuelle Leistungsspektrum der Stadtwerke, die, wie betont wurde, mit ihren 15.000 Mitarbeitern zu den 25 größten Unternehmen Österreichs gehören. Die Konzernteile Energie (also etwa Wien Energie oder Wiener Netze) und Wiener Linien werden durch den Betrieb von Garagen sowie die Friedhöfe bzw. die Bestattung - immerhin werden jährlich rund 12.000 Begräbnisse durchgeführt - ergänzt.

1949 seien bereits bestehende Betriebe mittels entsprechendem Gemeinderatsbeschluss zusammengeführt worden. Später seien der Garagenbetreiber Wipark oder auch die Heizbetriebe - heute Fernwärme - übernommen worden. Bis 1999 verblieben die Stadtwerke in der Obhut des Magistrats, 1999 folgte die Ausgliederung und Umwandlung in eine Aktiengesellschaft. 2001 wurde die Wien Energie ins Leben gerufen, wie am Donnerstag berichtet wurde.

Größter Brocken U-Bahn-Bau

Als wohl größter Brocken in Sachen Investitionen gilt der U-Bahn-Bau. 1978 wurden mit der U1 die ersten Untergrund-Kilometer in Betrieb genommen. An der diesbezüglichen Sonderrolle der Verkehrsbetriebe ändert sich auch demnächst wenig. Von den bis 2023 projektierten 4,15 Milliarden Euro Investitionen der Stadtwerke werden rund 1,696 Milliarden Euro in den Bau der U5 beziehungsweise die Verlängerung der U2 sowie in neue Öffi-Fahrzeuge fließen.

1,343 Milliarden Euro sind weiters für Erweiterungen bei den Wiener Netzen vorgesehen. Groß ist auch noch der Anteil an Investitionen in erneuerbare Energien. Sie wurden für die kommenden Jahre mit 943 Millionen Euro beziffert, wobei der Schwerpunkt hier bei der Photovoltaik liegt - da Windkraft in einer Stadt wie Wien keine Rolle spielt, wie betont wurde.

Am kommenden Samstag wird gefeiert: Das "70 Jahre Zukunftsfest" geht an verschiedenen Örtlichkeiten wie dem Kraftwerk Simmering, der Müllverbrennung Spittelau, dem Verkehrsmuseum oder auch dem Bestattungsmuseum über die Bühne. Geboten wird dabei auch ein Blick hinter die Kulissen. Angekündigt wurden etwa Kraftwerksführungen.