Fernstehende ansprechen

Die Zielgruppe sind einerseits überzeugte Christen, die in der Gemeinschaft ihren Glauben ausleben sollen, andererseits aber auch Kirchenferne: "Wir wollen auch Leuten, die mit dem Christentum noch nichts am Hut haben, darauf aufmerksam machen. Vielleicht kann es sie inspirieren und ihnen Hoffnung geben - etwas, das ja jeder braucht", sagt Pöschl. Deshalb spielt sich ein Teil des Programms auch außerhalb der Stadthalle ab: Am Freitag- und Samstagnachmittag soll auf den Straßen und Plätzen Wiens gesungen und diskutiert werden, und auch das Abendprogramm ist ganz auf das Ansprechen Fernstehender ausgerichtet.

Dass Freikirchen und Katholische Kirche hier an einem Strang ziehen, ist nur konsequent angesichts der guten Beziehungen, die - auch unter dem globalen Einfluss von Papst Franziskus - in den vergangenen Jahren aufgebaut wurden. "Man geht heute mit viel größerer Offenheit aufeinander zu als etwa noch vor zehn Jahren", betont Michael Prüller, Sprecher des Kardinals, der "von den Veranstaltern eingeladen wurde und gerne zugesagt hat".

Vor dem "Awakening Austria" wurde bereits unter anderem im Jahr 2017 ein "Marsch für Jesus" mit rund 17.500 Teilnehmern auf dem Wiener Heldenplatz gemeinsam veranstaltet. Hier und auch bei anderen Gelegenheiten zeigt sich, dass "Wien für Europa ein Hotspot der Ökumene ist", wie es der katholische Diakon Johannes Fichtenbauer, der als Verbindungsmann der Erzdiözese Wien zu den Freikirchen fungiert, gegenüber der Kathpress formuliert hat. "Es gibt hier viele Aufbrüche, die anderswo nicht möglich wären."

Für Prüller zeigen Veranstaltungen wie "Awakening Europe" oder auch die Weltjugendtage, "dass die Kraft großer Events sich auch in der Kirche als wirksam erweist". Zugkräftige Events helfen jedenfalls, die Jugend für die Kirche zu begeistern. "Es braucht aber auch kontinuierliche Alltagsarbeit", so Prüller. "Das Schlüsselwort ist sicher Authentizität: Nur wer selber begeistert ist, kann andere begeistern."