Wien. Der Hexer war das Ende. Schon das Spiel "Dragon Age: Inquisition" hatte den einst stolzen Gaming-Computer an seine Leistungsgrenzen gebracht. Doch "The Witcher 3" war dann schon die eine Nummer zu groß. Ab diesem Zeitpunkt darbte der zehn Jahre alte Rechner nur noch ein trauriges Dasein als einfacher PC: Ein bisschen Internetsurfen, ein bisschen Dokumente erstellen, ein bisschen Bilder bearbeiten. Die alten Spiele funktionierten, der Computer war aber schon unerträglich langsam - gebremst durch unnötigen Ballast, der sich über die Jahre angehäuft hatte.

Besonders heikel wurde die Situation durch das auf dem PC installierte Betriebssystem Windows 7. Die Unterstützung dafür wird ab kommendem Jahr eingestellt. In Ermangelung von Sicherheitsupdates präsentiert man Hackern ab diesem Zeitpunkt den Computer auf dem Silbertablett. Da gibt es (abgesehen von einem Neukauf) nur noch eines zu tun: Den digitalen Methusalem mit einem aktuellen System neu aufsetzen. Und wenn man sich dafür entscheidet: Warum dann nicht gleich mit dem kostenlosen Linux statt Windows? Gerade bei alten Rechnern soll das System Wunder wirken und auf ihnen klaglos laufen. Also ging die "Wiener Zeitung" daran, dem alten Wrack unter Linux neues Leben einzuhauchen - und zwar mit der Version Linux Mint 19 Cinnamon.

Einfache Installation

Der Anfang ist erfreulich simpel. Alle wichtigen Daten werden vor dem Umstieg auf einer externen Festplatte gespeichert. Einer Anleitung im Internet folgend, lädt man dann noch unter Windows ein Abbild von Linux auf einen 4GB USB-Stick. Für Anfänger wird es jetzt das erste Mal knifflig. Der Computer muss neu gestartet und die Taste für das "Bios"-Menü eruiert werden. Das erfährt man üblicherweise gleich zu Beginn auf dem sogenannten Bootbildschirm (schwarz mit weißer Schrift). Meist ist es eine der F-Tasten oder die "Entfernen"-Taste. Im derart erhaltenen Menü wählt man nun den Start vom USB-Stick aus.

Es folgt ein einfaches Installationsmenü, wie man es von Windows kennt. Dann der erste Fallstrick. Eine Fehlermeldung besagt: "Es wurde kein Root-Dateisystem festgelegt". Glücklicherweise funktioniert Linux bereits mit dem USB-Stick. Es wird nach einer Lösung gegoogelt - etwas, woran man sich als Linux-Nutzer gewöhnen sollte. Es zeigt sich, dass die Festplatte nicht nur formatiert, sondern auch eine Partition angelegt werden muss, und - vor allem - der für den durchschnittlichen Windows-User unbekannte "Einbindungspunkt" mit "/" gewählt wird.