Wien. In der Kinderuni könnten derzeit Österreichs Astronomen und Raumfahrer der Zukunft unterwegs sein. Denn die traditionelle akademische Veranstaltung steht rechtzeitig zum 50. Jubiläum der Mondlandung dieses Jahr ganz im Zeichen der Raumfahrt. Zwei Wochen lang können Kinder in Wien mehr als 400 verschiedene Vorlesungen, Seminare oder Workshops besuchen, von denen sich 18 ganz dem Thema Weltraum widmen. Die Veranstaltungen finden an diversen Wiener Universitäten statt, darunter die Hauptuni, die Medizinischen Universität Wien und die Technische Universität Wien.

"Ich will einmal Astronomie studieren.", sagte Nino nach der Vorlesung "Greif nach den Sternen". Die Neunjährige ist mit diesem Wunsch nicht die einzige auf der Kinderuni. Grundsätzlich hat der Großteil der mehr als 4000 teilnehmenden Kinder den Wunsch, einmal etwas zu Studieren. Auf der Kinderuni bekommen sie die Möglichkeit an etlichen Projekten zu verschiedensten Themen zu forschen. "Wem gehört der Mond" oder "Wie stark sind Spinnenfäden wirklich?", sind Fragen, über die sich die Kinder bei den Workshops die Köpfe zerbrechen dürfen. "Die Kinderuni Wien bietet Kindern ideale Möglichkeiten, ihre kreative Experimentierfreude auszuleben und wissenschaftliche Neugier zu wecken", sagt Jean-Robert Tyran, Vizerektor der Universität Wien.

"Wir alle nutzen täglich Weltraumtechnologien und die in Österreich erforschten und entwickelten Technologien sind auch an vielen Weltraummissionen wesentlich beteiligt", so Bundesminister für Verkehr, Innovation und Technologie, Andreas Reichhardt anlässlich der diesjährigen Eröffnung der Kinderuni Wien, zudem meinte er: "Bei der KinderuniWien bietet sich heuer vielen Kindern die Möglichkeit zu einer spannenden Entdeckungsreise durchs All".

Auch Nino ist begeistert: "Ich finde es sehr gut, dass es dieses Programm gibt und dass so viele freiwillig daran teilnehmen." Denn die Initiative, die Kinderuni zu besuchen, ging von ihr selbst aus und nicht von ihren Eltern, wie sie stolz erklärt.

Die Kinderuni Wien ist vergangene Woche losgegangen und dauert noch bis zum 20. Juli. Rund 600 Lehrende betreuen die verschiedenen Lehrveranstaltungen - freiwillig und ohne Zusatzhonorar. Darunter finden sich auch Wissenschafter, die vor 17 Jahren selbst noch an der Kinderuni waren.

Grundsätzlich sind die Vorlesungen, Seminare und Workshops nur für die Kinder und die Begleitpersonen, meist Eltern oder Geschwister, müssen außerhalb der Seminarräume warten. Für diejenigen, die auf die Kinder warten, werden extra einige Stände aufgebaut, bei denen man Getränke, Obst und Gemüse oder auch Bücher kaufen kann. Zudem werden extra Sitzgelegenheiten wie Sitzsäcke aufgestellt und kleine Aktivitäten wie eine Bastelecke oder verschiedene Spiele für die Geschwister vorbereitet.

Die Kinderuni endet - so wie auch ein "echtes" Studium an der Universität - mit einer Sponsion. Für die feierliche Veranstaltung kann man sich im Vorfeld anmelden, wenn man mindestens einen Studiengang besucht hat. Sie findet dieses Jahr am letzten Kinderuni-Tag, dem 20. Juli, statt. Da erhalten die Kinder dann ihre Teilnahme-Urkunden. Insgesamt hat die Kinderuni bereits mehr als 60.000 Absolventen.