Wien. (apa/red) Ab 2025 sollen in Wien fahrerlose U-Bahn-Züge auf der neuen U5-Strecke fahren. Siemens arbeitet bereits an der neuen Fahrzeuggeneration, genannt "X-Wagen". Ein erster Wagenkasten ist nun fertig. Der ganz in Grau gehaltene Torso wurde am Donnerstag präsentiert.

Nach jetzigem Stand werden die neuen Garnituren 2022 im Echtbetrieb eingesetzt. Zu diesem Zeitpunkt ist die U5 noch länger nicht fertig. Allerdings: Der X-Wagen wird auch mit einem Fahrerstand ausgestattet und ist dadurch auch auf den anderen Linien - mit Ausnahme der U6 - einsetzbar. Laut Wiener-Linien-Chef Günter Steinbauer dauert es aber noch mindestens ein Jahr, bis der erste Zug ausgeliefert wird. Bis dahin wird noch die gesamte Innenausstattung eingebaut, es folgen diverse Tests und ein Bewilligungsverfahren.

Fahrerlose U-Bahn

Ohne Fahrer werden die neuen Züge erst ab 2025 unterwegs sein, wenn die erste Ausbaustufe der U5 abgeschlossen ist. Jene Wiener, die beim Gedanken an eine fahrerlose Garnitur ein mulmiges Gefühl haben, beruhigte Steinbauer: "Die U-Bahn ist das erste Verkehrsmittel weltweit, bei dem der vollautomatische Betrieb voll funktioniert. Das ist kein technisches Neuland mehr", verwies er auf Städte wie Paris oder Barcelona, wo die selbstfahrende Metro seit Jahren eingesetzt wird.

Holz- statt Plastiksitz

34 X-Wagen-Modelle mit einer Kapazität von je 928 Fahrgästen haben die Wiener Linien 2017 bei Siemens bestellt, die im Werk in Simmering gebaut und bis 2030 ausgeliefert werden. Im Vergleich zu anderen Garnituren wird es weniger Sitzplätze, dafür aber mehr Stehplätze geben. Dadurch werden insgesamt mehr Passagiere pro Waggon befördert werden können. Im 550 Millionen Euro schweren Auftrag ist ein 24-jähriger Wartungsvertrag inkludiert.

Albrecht Neumann, Leiter der Schienenfahrzeug-Sparte bei Siemens, ging auf technische Finessen des Fahrzeugs ein. So legt man bei Siemens Wert auf Leichtbauweise, denn "jede Tonne muss ständig beschleunigt und abgebremst werden". Die Sitze im X-Wagen werden nicht mehr aus Plastik, sondern aus Holz gefertigt. "Die sind umweltfreundlicher, langlebiger und leichter zu reinigen", versicherte Neumann.

Anders als Bombardier, der die neuen Flexity-Straßenbahnen baut und durch Probleme mit Zulieferern die vereinbarte Liefermenge nicht erfüllen kann, gebe es bei den U-Bahnen keine Schwierigkeiten, versicherte Siemens-Spartenchef Neumann.