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Wien. Bald darf man wieder ungestraft Joghurtbecher und Bierdosen in dieselbe Tonne werfen - so will es zumindest die Stadtregierung. Künftig müssen nämlich Plastikflaschen, Metall und Getränkekartons im selben Container entsorgt werden: Eine neue Kombitonne soll den Wienern das Mülltrennen erleichtern, wie Umweltstadträtin Ulli Sima (SPÖ) am Montag erläuterte.

"Die Botschaft ist relativ simpel: Aus zwei wird eine", sagte Sima bei der Präsentation des Konzepts. Die Umstellung soll bis März 2020 erfolgen. Bisher war Metall in einem blauen Behältnis zu deponieren, Plastikflaschen und Getränkekartons wanderten in die gelbe Tonne.

Die Änderung bringe einige Vorteile, versicherte Sima. So gebe es künftig mehr Standorte, an denen die betreffenden Stoffe gesammelt werden. Derzeit könne man wegen Platzmangels nämlich nicht an jedem der mehr als 6500 Plätze alle Tonnen anbieten. Mit der Fusionierung werde dies nun geändert, die blau-gelbe Variante gibt es künftig in der ganzen Stadt.

Nach Ansicht der Stadt ist zudem davon auszugehen, dass die Anzahl der Fehlwürfe reduziert wird. Dass Plastik, Metall und mitunter auch Getränkeverpackungen (bei Liegenschaften, die an die Öko-Box-Sammlung angeschlossen waren, Anm.) nicht mehr jeweils extra abgeholt werden müssen, verringert zudem die Transportwege, wie es hieß. 80.000 Kilometer im Jahr würden durch das gemeinsame Abholen der "Abfallfraktionen" eingespart.

Neue Sortiertechnologie

Trotz kollektiver Sammlung werden diese weiterhin getrennt verarbeitet werden. Hier helfen neue Sortiertechnologien, wie Sima ausführte. Metalle werden etwa mit Magneten und Metallabscheidern vom Rest abgesondert. In Österreich gibt es 14 solcher Anlagen, wie der Vorstand der Altstoff Recycling Austria (ARA), Christoph Scharff, erläuterte.

Der Inhalt der blau-gelben Wiener Behältnisse wird in Graz sortiert - was aber keine unnötigen Fahrten verursache, wie er beteuerte. Vielmehr würden die Betriebe der zuständigen Kunststoffverwerter in der Steiermark und in Kärnten liegen, der Transport Richtung Süden sei somit kein Umweg.

Insgesamt werden laut Rathaus jährlich 350.000 Tonnen Müll in der Bundeshauptstadt gesammelt, davon sind rund 5300 Tonnen Plastikprodukte, bei Dosen und Metall liegt die Menge bei 2300 Tonnen. Möglicherweise steht hier ein Zuwachs ins Haus - denn bei einem Pilotversuch im 15. Bezirk seien die Sammelmengen um bis zu 15 Prozent gesteigert worden, wurde betont.