Die Idee ist alt, das Konzept neu. "Der Prater als Veranstaltungsort für den Tag des Sports wurde aus der Not geboren", erzählt der Pressesprecher der Bundessportorganisation (BSO) Georg Höfner-Hattila im Gespräch mit der "Wiener Zeitung".

Seit 2001 fand das Event jedes Jahr am Heldenplatz statt - durch die Renovierung des Parlaments waren Sportministerium und BSO 2016 gezwungen, ein neues Gelände für ihre Veranstaltung zu finden - und entschieden sich für den Wiener Prater.

"Im Nachhinein war das eine sehr gute Entscheidung. Im Prater gibt es viel mehr Platz und Sportstätten", findet Höfner-Hattila. Ob der Tag des Sports wieder auf den Heldenplatz zurückkehren wird, wenn die Umbauarbeiten abgeschlossen sind, ist noch unklar, sagt er: "Das wird in den Händen des neuen Sportministers liegen."

122 Sportverbände sind vertreten

Durch das geräumigere Areal wurden jedenfalls Konzeptänderungen möglich. So wurde das Bühnenarrangement dieses Jahr laut Höfner-Hattila komplett umgekrempelt: Statt einer Frontalbühne gibt es mehrere kleine, interaktive Stages, auf denen Sportler auftreten werden und auch Sport gemacht wird - an einer Bühne gebe sogar einen eigenen Kletterturm.

Die Veranstalter wollen mit dem Programm, das von Star-Wars-inspirierten "Lightsaber Battleshows" bis hin zu "Quidditch-Try-Outs" reicht, hauptsächlich Kinder und Jugendliche ansprechen. "Es gibt auch Attraktionen eigens für Erwachsene, beispielsweise das Bungee-Jumping", versichert Höfner-Hattila.

Insgesamt sind am Samstag 122 Sportverbände und -organisationen vertreten. Die meisten von ihnen sind Mitgliedsverbände der BSO und erhalten damit automatisch eine Einladung zu dem Event, alle anderen haben sich beim Sportministerium beworben, so Höfner-Hattila. So sind dieses Jahr erstmals mit dem FK Austria Wien, dem SK Rapid Wien und den Vienna Capitals einige große Wiener Vereine vertreten. Neben den Mitmachstationen bietet der Tag des Sports auch die Möglichkeit, mit bekannten österreichischen Sportlern ins Gespräch zu kommen - mehr als 400 Athleten, darunter Skirennläufer Michael Matt und Marco Schwarz und Skispringerin Daniela Iraschko-Stolz sollen anwesend sein und den Besuchern für Autogramme und Selfies zur Verfügung stehen.

30 Prozent der Österreicher betreiben zu wenig Sport

Daneben werden viele der Sportler von Sportminister Müller geehrt. Auch Polizisten und Zollsportlern werden Auszeichnungen verliehen.

Mit dem Tag des Sports versuchen das Sportministerium und die BSO seit nunmehr 19 Jahren, mehr Menschen für körperliche Betätigung zu begeistern.

Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) treiben mehr als 30 Prozent der Österreicher zu wenig Sport. Um das zu ändern, sei laut BSO die nächste Bundesregierung gefordert. Konkret sollen beispielsweise die Öffnung von Schulsportstätten in unterrichtsfreien Zeiten und die tägliche Turnstunde für Schüler umgesetzt werden. Bis dahin versucht man es auf dem Weg der Themenwochen - der Tag des Sports bildet seit 2015 den Auftakt zur Europäischen Woche des Sports, einer Initiative der Europäischen Kommission.

Im Laufe der kommenden Woche finden auf dem ganzen Kontinent Veranstaltungen unter dem Motto "#BeActive" statt. In Österreich werden rund 1500 kostenlose Sporteinheiten direkt bei den Vereinen im Rahmen der "#BeActive-Schnupperwoche" angeboten. Außerdem tourt der Betriebssportverband durch ganz Österreich und bietet Menschen in zahlreichen Firmen Bewegungstrainings an.

400.000 Besucher werden erwartet

Dass dieses Jahr der Fokus auf Sport am Arbeitsplatz gelegt wird, sei eine Vorgabe der EU, erklärt Höfner-Hattila. Einer der Botschafter von #BeActive ist der Schwimmer Andreas Onea, der schon bei Paralympischen Spielen teilgenommen und bei Weltmeisterschaften Medaillen geholt hat. Er wird auf dem Tag des Sports einige Shows moderieren.

Barrierefreiheit sei auf dem Gelände gewährleistet, versichert Höfner-Hattila auf Nachfrage. Die Anreise mit der U-Bahn funktioniere problemlos und bei einigen der Mitmachstationen seien Rampen angebracht worden.

Ob sich nach dem Tag des Sports auch - wie gewünscht - mehr Menschen sportlich betätigen oder in Vereinen anmelden, sei laut BSO schwierig zu messen. Durch Gespräche könne aber durchaus festgestellt werden, dass beispielsweise die Handballerszene, beflügelt durch die kommende Weltmeisterschaft 2020, derzeitig einen Aufschwung erlebe. Gut besucht wird der Tag des Sports laut Veranstaltern jedenfalls wieder werden - sie rechnen aufgrund des heiteren Wetters mit 400.000 Besuchern.