Wien. Am ersten Aprilwochenende wird der Rathausplatz zum Schauplatz für Österreichs größtes Fahrrad-Festival samt Publikumsmesse. In den vergangenen Jahren stand das Festival der Arbeitsgemeinschaft umweltfreundlicher Stadtverkehr (Argus) im Zeichen des Vienna Air King, jenes Wettbewerbs, bei dem sich waghalsige Artisten über Schanzen meterhoch in die Luft katapultieren, um dabei abenteuerliche Verrenkungen und Verschwenkungen zu vollziehen.

Heuer bleiben die Sportler in Bodennähe, spektakulär gehüpft wird aber dennoch: Organisator Martin Friedl holt die Österreichischen Trial-Meisterschaften in die Wiener City. Gesprungen wird da auf und über Baupaletten. Die Körperbeherrschung der Athleten: sehenswert. Eine weitere Attraktion: die Red Bull Fuxjagd, ein Verfolgungsrennen auf Fixie-Rädern auf einem selektiven Rundkurs mit Steilkurven. Fixie-Fahrer ab 16 Jahren sind startberechtigt.

Hunderte Aussteller

Fundament des Bike Festivals ist wie immer die große Fahrradmesse: Mehr als hundert Ausstellern präsentieren neue Produkte, Technologien und Modelle. Tourismusanbieter zeigen Trends auf dem heimischen wie auf dem internationalen Radreisemarkt. Heuer erstmals dabei ist der Tourismusverband von Taiwan. Der asiatische Inselstaat ist nicht nur einer der weltweit wichtigsten Fahrrad-Produzenten, sondern versucht sich auf dem deutschsprachigen Markt als Fahrrad-Destination zu verankern. Aus Sicht urbaner Alltagsradfahrer spannend: der Themenschwerpunkt Lastenrad. Cargobikes sind derzeit eines der angesagtesten Themen. Vor allem im innerstädtischen Bereich sind Lastenräder eine kostengünstige und umweltschonende Alternative zum Auto, wenn es um den Transport von Gütern oder Kindern geht. Auf dem Bike Festival stehen in einem eigenen Areal mehr als 30 Transportfahrräder und Rad-Anhänger zum Ausprobieren bereit.

Ausfahrt mit Batman & Co

Am Sonntag findet dann auch wieder die Radparade statt. (Nur vergangenes Jahr musste die Rundfahrt, zu der sich mehrere Tausend Radfahrer, darunter viele Familien und Kinder einfinden, auf ein anderes Wochenende ausweichen.) Treffpunkt ist um 11 Uhr vor dem Burgtheater. Um 12 Uhr setzt sich der Tross in Bewegung. Die Strecke führt dann um den Ring zur Urania, die Praterstraße entlang bis zum Praterstern und von dort wieder zurück zu Ring und Ausgangspunkt. Beim Burgtheater stehen bewachte Stellplätze zur Verfügung, damit die Teilnehmer der Radparade nachher unbeschwert über den Rathausplatz schlendern können. Heuer steht die Radparade übrigens unter einem besonderen Motto: Wer Lust hat, kann sich bei der Fahrt als Superheld oder -heldin verkleiden und zeigen, welche Superkräfte das Radfahren im Menschen freisetzt.