Die Erfolge der österreichischen Skispringer sind beachtlich. Seit Jahrzehnten springen sie in der Weltelite mit. Bevor Peter Prevc heuer die Vierschanzentournee gewann, konnte sie sieben Mal in Folge ein Österreicher für sich entscheiden. Namen wie Gregor Schlierenzauer, Thomas Morgenstern, Andreas Kofler oder Stefan Kraft finden sich in der Siegerliste. Doch betrachtet man diese genauer, fällt auf, dass es fast ausnahmslos Springer aus den südlichen und westlichen Bundesländern schafften, im Weltcup Fuß zu fassen.

Dies will Christian Moser ändern. Denn wieso soll nicht auch einmal eine Wienerin oder ein Wiener im Weltcup ganz oben stehen? Der sportliche Leiter der Wiener Stadtadler versucht Kinder und Jugendliche für den Skisprung zu gewinnen. Hierfür veranstaltet der relativ junge Verein heuer bereits zum sechsten Mal den Superadler-Schulwettbewerb. An 53 Volksschulen in Wien und Niederösterreich hielt der Verein insgesamt 418 Turnstunden ab.

Morgenstern und Iraschko-Stolz als Motivatoren

Die 180 gefundenen Nachwuchstalente sollen am Mittwoch im Sportcenter Donaucity in unterschiedlichen Wettkämpfen gegeneinander antreten. "Anhand von Geschicklichkeit, Schnelligkeit und Reaktionsfähigkeit werden die Sieger ermittelt", sagt Moser.

Angespornt werden die Kinder durch Thomas Morgenstern und Daniela Iraschko-Stolz. Der Kärntner Olympiasieger und die Koryphäe des Damensprungsports sind am Mittwoch in der Donaucity anwesend. "Ich freue mich immer wieder darauf, wenn ich sehe, dass die Kinder so eine Gaudi beim Skispringen haben" sagt Thomas Morgenstern.

Schanze in Wien wäre denkbar

Die Arbeit Mosers hat bereits gefruchtet. Sechs der Wiener Stadtadler besuchen ein Skigymnasium oder eine Leistungssportschule. Doch die Stadtadler haben noch andere Rohdiamanten in ihrem Kader. Um diese zu schleifen, benötigt sie allerdings Schanzen. Nahe der Hohe-Wand-Wiese in Penzing wäre ein idealer Standort, auf dem schon einmal eine Schanze stand. "Das Gebiet ist trichterförmig und somit windgeschützt", sagt Moser. Es kämen allerdings viele Orte infrage. Inwieweit sich dieser Wunsch erfüllen wird, ist momentan nicht absehbar. Man führe lose Gespräche mit der Stadt Wien, konkrete Pläne gibt es allerdings nicht.

Mit Thomas Diethard schaffte es in der Saison 2013/2014 ein Springer aus Niederösterreich an die Spitze des Sprungsports. Seine Herkunft wurde medial als Sensation breitgetreten. Vielleicht erobern ja schon bald Athleten aus Wien die Schanzen der Welt.