Weiters werden stets Jungdesigner eingeladen, um ihre Werke zu präsentieren. So zeigte zuletzt Pia Bauernberger ihre auf Personen zugeschnittenen Arbeitsmäntel, mit denen sie die Arbeitsbekleidung neu definieren möchte.

Ein Pop-up-Café darf bei dieser Neuausrichtung der altehrwürdigen Räume ebenso wenig fehlen. An prominenter Stelle, gleich neben dem Haupteingang an der Adresse Dominikanerbastei 11, wurde das temporäre Lokal Ende Juni eröffnet.

Tische für 4700 Euro

Die Betreiber sind der Möbelhersteller Thonet und das Café Jonas Reindl. Sie wurden von den neuen Besitzern der ehemaligen Postzentrale angeworben, wie der Eigentümer des Jonas Reindl, Philip Feyer, der "Wiener Zeitung" erzählt. Auch hier richtet sich das Angebot an eine kaufkräftigere Klientel mit hohen Ansprüchen. Neben Kuchen gibt es handgepflegten, Bio-zertifizierten Kaffee von einer Farm in Nicaragua. Exquisit ist auch das Mobiliar des Pop-up-Cafés, das mit Preisschildern behängt wurde und von Thonet selbst stammt. Holzsesseln gibt es um knapp 1200 Euro und Tische für mehr als 4700 Euro.

Bis zum Anfang des nächsten Sommers darf das Café bleiben. Dann wird die alte Postzentrale umgebaut, zwei Jahre später soll sie fertig sein. Vorgesehen sind etwa 100 hochwertige Eigentumswohnungen, ein öffentlicher Durchgang, eine Erdgeschoßzone mit Gastronomie, Galerien und Geschäften sowie ein Club-Hotel im 4-Sterne-Bereich mit 170 Zimmern. Als Vorbild für das Hotel nennt Daniela Enzi, Geschäftsführerin von Wertinvest, das Soho House in Berlin. Es sei ein Ort für Künstler aus aller Welt, Sinnsuchende und Partymacher beschreibt das deutsche Wochenmagazin "Zeit" das Soho House. "Wer hier die Nächte verbringt, erlebt eine liebeshungrige Stadt und ihre narzisstischen Störungen."

Wer der künftige Hotelbetreiber in der ehemaligen Wiener Postzentrale sein wird, wollte Enzi nicht sagen. Er wird sich jedenfalls mit einem unmittelbaren Konkurrenten auseinandersetzen müssen. Bereits im Frühjahr 2017 eröffnet das Hotel Ruby Lissi im angrenzenden alten Postgebäude am Fleischmarkt. Mit kleinen Zimmern, Snackbars, Yogamatten und Marshall-Verstärker samt E-Gitarren wollen die Betreiber ein ähnliches Publikum ansprechen.

Ob die beiden Hotels an dem Standort genügend Gäste anlocken werden, bleibt abzuwarten. Fest steht: An die Beförderung von Geldsendungen, Briefen und Pakten wird dann niemand mehr denken.