Wien. Darauf haben viele Fahrrad-Freunde schon lange gewartet: Die Berliner Fahrradschau, die - nach eigenen Angaben - weltweit größte Lifestyle-Messe rund ums velophile Lebensgefühl, gastiert von 21. bis 23. Oktober erstmals in Wien. Eingebettet wird die Schau, die so ziemlich alles abbildet, was der wachsende Fahrrad- und Radtourismus-Markt hervorbringt, in das schon traditionelle Radkult-Festival mit Fahrrad-Film, Ausstellungen, Tweedride und Sport.

In Berlin fand heuer im März bereits die siebente Ausgabe der Schau statt. Veranstaltetet wird sie von der Station 10963 Berlin GmbH, die die "Station Berlin", den ehemaligen Postbahnhof Luckenwalder Straße, als Messe- und Veranstaltungszentrum betreibt. Mit 400 Ausstellern sei das Jahr 2016 ein Rekordjahr gewesen, erklärt der Veranstalter der "Wiener Zeitung". Kennzahlen über Besucher, Umsatz oder Gewinn will man allerdings nicht veröffentlichen.

Der Festival-Charakter der Messe kommt beim Publikum gut an. "Wir bringen Kleine und Große, Kommerz und Subkultur zusammen", erklärt Organisator Gabriel Fares. "Es ist eine Win-win-Situation für alle. Die Kleinen profitieren von der Nähe zu den Großen und die Großen gewinnen Glaubwürdigkeit durch ihre Nähe zur Szene."

Wie in Berlin kann man auch in Wien in sechs Ausstellungshallen auf einer Gesamtfläche von 20.000 Quadratmetern die jüngsten Stücke einschlägiger Ingenieurskunst bewundern: darunter Rahmen aus Carbon, Titan und Edelstahl, aus Bambus und europäischen Hölzern. Die momentan gerade bei jungen Familien sehr angesagten Lastenräder gibt es ebenso zu sehen wie E-Bikes und alle möglichen elektronischen Gadgets. Radsportler will man ebenso ansprechen wie Pendler, Touristen und Modebewusste. Große internationale Firmen sind ebenso vertreten wie Start-ups, die gerade in Österreich zuletzt vermehrt entstanden: Unter anderem haben sich MyEsel (Maßfahrräder aus heimischem Holz), Freygeist (elegante E-Bikes mit verstecktem Antrieb) und Vello (urbane Falträder) für die Fahrradschau angekündigt.

Große Nacht des Fahrradfilms


Die Fahrradschau bietet auch Gelegenheit, neue Konzepte vorzustellen und auszuprobieren. So kommt zum Beispiel die deutsche Online-Plattform "ListnRide" nach Wien. Privatpersonen, Händler und Hersteller können hier Fahrräder mieten beziehungsweise vermieten. Im Eingangsbereich der Fahrradschau wird es möglich sein, sich für List-n-Ride zu registrieren und gleich vor Ort ein paar schicke Vehikel zu leihen.

Der Zusammenschluss mit dem Radkult-Festival soll auch die alternative Radfahrer-Szene in die Marx Halle in Wien-Landstraße locken. Die "Große Nacht des Fahrradfilms" zeigt die neue deutsche Dokumentation "Rennradfieber", den Streifen "Rodando en Habana" über das Radleben in Kuba oder das apokalyptische BMX-Trash-Juwel "Turbo Kid".

Außerdem stellt der Extrem-Sportler Michael Strasser sein neues Buch vor, in dem er seine Weltrekord-Fahrt von Kairo bis Kapstadt zusammengefasst hat. Rechtzeitig zur Fahrradschau sind auch Ewa Gruszyk und Roland Kloss von ihrer mehrmonatigen Image-Tour für umweltfreundliche Mobilität durch Europa zurückgekehrt.

TV-Bike mit dabei


Die beiden studierten Städteplaner radelten auf einem Bambus-Tandem 6000 Kilometer und besuchten Entscheidungsträger und Fahrrad-Aktivisten. Dazu gibt es Bike Polo, Vernissagen und Performances. Am Sonntag schließen die Tweed-Rider auf Klassik-Fahrrädern und elegantem Gewand das Wochenende ab. Bei so viel Fahrrad darf natürlich auch das "TV-Radl" nicht fehlen: Das weltweit erste, muskelbetriebene mobile TV-Studio von W24 und "Wiener Zeitung" wird berichten und am Stand der Wiener Mobilitätsagentur ausgestellt sein.

Wiener Fahrradschau
21. bis 23. Oktober 2016, Marx Halle www.wienerfahrradschau.at