Tappler kennt alle Anschuldigungen. Jedes Gezeter von Erpressung und Vernaderung. "Gesetze bewusst zu übertreten und dann mit dem Argument der Erpressung kommen, ist komisch", sagt der Genussraucher. "Wir sind keine Denunzianten."

Lange hat sich Tappler für die Raucherproblematik interessiert. Sich gar mit seiner Expertise in Sachen Entlüftung in Positionspapieren im Zuge der Tabakgesetznovelle 2008 politisch starkgemacht. Gebracht hat es nichts. "Wir wollten ein Gesetz schaffen, und dann ist so ein Klumpert rausgekommen. Es ist ein missratenes Gesetz, das dann nicht einmal eingehalten wird. Das hat mich geärgert", erklärt er die Motivation für sein Engagement.

Tappler will dort für Kontrolle sorgen, wo laut Gesetzgeber keine ist. Erst wenn eine Anzeige bei den Bezirksbehörden eintrifft, wird der Missstand geprüft. Stellt man einen Verstoß fest, wird der Gastronom ein paar hundert Euro leichter. Mehr nicht. Beim Handelsgericht sind es hingegen ein paar tausend Euro. Deswegen geht der Verein auch den Weg über das Wettbewerbsgesetz. "Da gibt es eine Möglichkeit, diesen arroganten Wirten zu sagen, wer der Herr im Haus. Und das sind nicht arrogante Wirte, sondern der Gesetzgeber." Ein paar hundert Euro bringen keinen zur Räson. Ein paar tausend schon eher. Das weiß Tappler.

Hotelbars als
Nächste im Visier


Bald soll seine Arbeit ein Ende haben. 2018, wenn das absolute Rauchverbot gilt. Ohne Ausnahmeregelungen. Ohne Übergangsfristen. Doch Tappler vermutet bereits das nächste Schlupfloch: die Hotelbars. Da Gäste in den Zimmern nicht mehr rauchen dürfen, müssen Hotels den Rauchern einen Raum zur Verfügung stellen um ihr Nikotinbedürfnis zu stillen. "Es ist zu erwarten, dass die Hotels ihren Betrieb nicht umstellen", prognostiziert Peter Tappler. Die Rauchnomaden aus der ganzen Stadt würden dann in den Hotelbars Unterschlupf finden. Dann heißt es wieder ausrücken. Für ihn und seinen Anwalt.