Wien. (flor) Am Graben wurde am Freitag um 11.11 Uhr mit der traditionellen Quadrille die Ballsaison eingeläutet.

485.000 Ballgäste werden in dieser Saison erwartet. Sie werden 131 Millionen Euro ausgeben. "Das ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor", sagte Maria Smodics-Neumann, Obfrau der Sparte Gewerbe und Handwerk der Wirtschaftskammer Wien, am Freitag in einer Pressekonferenz. Jeder einzelne Gast wende im Schnitt 270 Euro für den Ballabend, die Ballgarderobe, den Schmuck, das Taxi, den Friseur, die Kosmetik und das Abendessen auf. Das ist etwas mehr als im Vorjahr.

Von der Ballsaison profitieren neben der Gastronomie auch die Floristen (nicht nur die Ballsäle werden mit Blumen dekoriert, auch Blumen als Körperschmuck liegen im Trend), die Fotografen, die Veranstaltungstechniker, die Konditoren und natürlich die Tanzschulen. Wobei Bälle nicht mehr ausschließlich als Tanzveranstaltungen gesehen werden. Bei der Wahl einer Veranstaltung spielen das Ambiente, die Eröffnung und die Mitternachtseinlage eine immer größere Rolle.

"Das wichtigste Motiv, warum die Leute auf einen Ball gehen, ist Freunde zu treffen", sagt Smodics-Neumann. Danach werden in einer von der Wirtschaftskammer in Auftrag gegebenen Studie als Gründe für einen Ballbesuch "einen schönen Abend mit dem Partner verbringen", "das Flair und Ambiente genießen", "Geschäftspartner treffen" und "gesellschaftliche Verpflichtungen" genannt.

Immer mehr Gäste
aus dem Ausland


Mehr als drei Viertel der Ballbesucherinnen und Besucher kommen aus Wien, gefolgt von rund 60.000 Gästen aus den Bundesländern und 55.000 Tanzbegeisterten aus dem Ausland. Neben Touristen aus Deutschland ist auch ein steigendes Interesse in Übersee - vor allem Japan und den USA - bemerkbar. "Die Wiener Bälle sind für den Tourismus von großer Bedeutung", sagte Markus Grießler, Obmann der Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft der Wirtschaftskammer Wien. Längerfristig sei es das Ziel, auch im Jänner und Februar die 1.000.000-Marke bei den Übernachtungen zu erreichen. Heuer gab es im Jänner 782.000 und im Februar 761.000 Übernachtungen.

Kaffeesiederball am beliebtesten


Insgesamt finden in der Saison 450 Ballveranstaltungen statt. Ganz oben auf der Beliebtheitsskala steht dabei der Kaffeesiederball, der heuer am 17. Februar - wie immer in der Hofburg und den Redoutensälen - stattfindet. Gleich danach folgt der Zuckerbäckerball, bei dem heuer am 19. Jänner ebenfalls in der Hofburg aufgetanzt wird. An dritter Stelle kommt der Opernball, der in dieser Saison erstmals von Maria Großbauer organisiert wird und am 23. Februar stattfindet.

Neben den klassischen Bällen laden aber auch Alternativ-Konzepte dazu ein, das Tanzbein zu schwingen. Zum zweiten Mal findet am 28. Jänner im Kursalon der Hip-Hop-Ball statt. Als Ergänzung zum eleganten Balloutfit sind Sneakers und Kappen dabei ausdrücklich erwünscht. Am 31. Dezember lädt der Vintage-Ball zum ersten Mal ins Concordia Schlössl. Charleston und Swing, Salonmusik am Klavier, eine Absinth-Bar und eine Burlesque Show sollen den Flair der 1920er Jahre versprühen. Als Dresscode ist Kleidung im Stil der Goldenen Zwanziger Jahre gefragt.

Aber auch abseits von Vintage-Bällen liegt Ballmode aus Spitze, Samt und Seide vergangener Zeiten im Trend, vor allem jene der 1950er und 1960er Jahre. Bei den Frisuren sind Hochsteckfrisuren, Dutts und Ponys angesagt. In Sachen Make-up dominieren weiterhin klassische Smokey Eyes. Die Lippen werden rot, bordeaux oder dunkelviolett geschminkt. Na, dann: "Alles Walzer".