Die Rudolfina-Redoute ist der größte Maskenball Österreichs, wenn nicht gar Europas. Organisiert wird sie von lauter Ehrenamtlichen. - © David Faber
Die Rudolfina-Redoute ist der größte Maskenball Österreichs, wenn nicht gar Europas. Organisiert wird sie von lauter Ehrenamtlichen. - © David Faber

Es ist der letzte große Maskenball Österreichs, wenn nicht gar Europas. Und es ist eine besondere Herausforderung für die Organisatoren. Denn die Rudolfina-Redoute, die traditionell am Rosenmontag stattfindet (am 12. Februar 2018 in der Wiener Hofburg), wird seit 1899 von einer nicht-schlagenden katholischen Studentenverbindung veranstaltet – und damit ausschließlich von Ehrenamtlichen.

Im neunköpfigen Ballkomitee sitzen 18-jährige Studenten genauso wie 40-Jährige, die voll im Berufsleben stehen, erzählt Oliver Hödl (35), seit heuer Obmann des Ballkomitees der Rudolfina-Redoute. Mit dem 100-prozentigen ehrenamtlichen Einsatz einher gehen natürlich flache Hierarchien, die Vor- und Nachteile haben. "Einerseits kann ich jederzeit zum Telefonhörer greifen und einen Bundesbruder um Hilfe bitten", sagt Hödl. Immerhin hat die Rudolfina an die 400 Mitglieder, von denen gut 100 in irgendeiner Form an der Redoute aktiv mitwirken, sei es im Kartenverkauf, beim Dekorieren der Hofburg oder im Rahmen der Balleröffnung. Andererseits kann es auch schwierig sein, mit Freunden zu arbeiten: "Wenn es einmal nicht so rund läuft, muss man aufpassen, dass man die Leute nicht mit harscher Kritik vergrault oder beleidigt", meint der Organisator, der erstmals als 21-Jähriger dem Ballkomitee angehörte und damit inzwischen 14 Jahre Redoute-Erfahrung hat.

Rund 250 Paare nahmen an der Eröffnung des vergangenen Elmayer-Kränzchens teil. - © Barbara Pálffy
Rund 250 Paare nahmen an der Eröffnung des vergangenen Elmayer-Kränzchens teil. - © Barbara Pálffy


Insgesamt 17 Jahre lang hat Ulrike Kinz den Ball der Vorarlberger in Wien organisiert, der am 27. Jänner im Palais Ferstel stattfindet. Seit drei Jahren ist sie Obfrau des Vereins der Vorarlberger in Wien und hat die Organisation damit in andere Hände übergeben. "Jetzt begrüße ich die Ehrengäste und übernehme repräsentative Aufgaben", sagt sie. Zur Ballmutter wurde Kinz in den späten 1990er Jahren durch ihren Job: Damals gab es eine Repräsentanz von Vorarlberg Tourismus und Rheintalflug in Wien, deren Leitung sie übernahm. "Wobei man dazu sagen muss, dass dieses Büro nur aus mir bestanden hat." Bald kam sie in Kontakt mit dem Verein der Vorarlberger in Wien, "und als PR-Frau hat man mir dann die Ballorganisation angetragen". Dabei kam ihr in den 17 Jahren als Ballorganisatorin die Einsamkeit im Büro entgegen: "Als Selbständige mit eigenen Räumlichkeiten tut man sich bei so etwas leichter. Es kommen ja oft mittendrin im Arbeitstag diverse Anfragen, das würde einen normalen Büroablauf stören, wenn man da dauernd telefoniert."

Beim Ball der Vorarlberger in Wien ist bis dato noch nichts Schilmmes passiert. - © Dragan Tatic
Beim Ball der Vorarlberger in Wien ist bis dato noch nichts Schilmmes passiert. - © Dragan Tatic

Die Eröffnung des Balls der Vorarlberger choreografiert übrigens niemand Geringerer als Prof. Thomas Schäfer-Elmayer. Dessen Tanzschule veranstaltet traditionell am Faschingsdienstag das Elmayer-Kränzchen in der Wiener Hofburg zum Abschluss der Ballsaison – diesmal bereits zum 98. Mal. Der Doyen der Wiener Tanzszene hat seinen ersten Ball im Jahr 1988 ausgerichtet und somit 30 Jahre Erfahrung als Organisator.

Elmayer berichtet, dass es im Vergleich zu früher schwieriger geworden ist, Sponsoren, zum Beispiel für Tombola- und Damenspenden, zu motivieren. Ein Thema, das auch Kinz Jahr für Jahr beschäftigt hat. Für den Ball der Vorarlberger in Wien wurden bisher jedes Mal genügend Sponsoren gefunden. "Aber man muss sich ordentlich anstrengen, um überhaupt etwas zu finden", sagt die langjährige Organisatorin. "Wir haben zwar viele Stammsponsoren, aber auch deren Unterstützung muss man sich jedes Jahr neu erarbeiten und ‚verdienen‘."

Thomas Schäfer-Elmayer (hier als Choreograf beim Ball der Vorarlberger) hat seinen ersten Ball 1988 organisiert. Das kommende Elmayer-Kränzchen beschert ihm also ein Jubiläum. - © Dragan Tatic
Thomas Schäfer-Elmayer (hier als Choreograf beim Ball der Vorarlberger) hat seinen ersten Ball 1988 organisiert. Das kommende Elmayer-Kränzchen beschert ihm also ein Jubiläum. - © Dragan Tatic

Mit Sponsoring hat das aktuelle Organisationskomitee der Rudolfina-Redoute hingegen kaum Erfahrung: "Wir leben derzeit eher von der Hand in den Mund", erzählt Hödl. "Die Zeiten, in denen die Rudolfina mit der Redoute auch ordentliche Gewinne erwirtschaften konnte, sind mehrere Jahrzehnte vorbei." Für die Zukunft werden aber Kooperationen mit Sponsoren angestrebt. "Sich darum zu kümmern, ist aber auch ein enormer Aufwand, den man erst einmal bewältigen muss." Finanziell ist es sich bisher immer ausgegangen – eben auch, weil so viel ehrenamtliche Arbeit in der Veranstaltung steckt. "Das viele Herzblut, das da hineinfließt, ist unbezahlbar." Der Vorsitzende des Ballkomitees will sich deshalb heuer verstärkt bei allen freiwilligen Helfern bedanken. "Das werden wir bei der kommenden Redoute besonders forcieren." Auch sonst will die Rudolfina diesmal neue Akzente setzen: "Wir wollen die vier Prinzipien unserer Verbindung mehr in den Vordergrund stellen: Religio (katholischer Glaube), Scientia (Wissenschaft), Amicitia (Freundschaft) und Patria (Bekenntnis zur souveränen, demokratischen Republik Österreich).

Es ist nicht nur ein Ball der Studenten, auf dem wir mit Freunden Spaß haben, sondern wir achten zum Beispiel darauf, dass nicht nur der Rektor der Uni Wien, der Alma Mater Rudolphina, die unserer Verbindung den Namen gegeben hat, den Ehrenschutz übernimmt, sondern auch der Wiener Erzbischof Christoph Schönborn – der ja selbst Ehrenmitglied in mehreren Studentenverbindungen ist."

Der Maskenball der Rudolfina lockt auch viele ausländische Gäste an . . . - © Faber David
Der Maskenball der Rudolfina lockt auch viele ausländische Gäste an . . . - © Faber David


Während andere Bälle in den vergangenen Jahren gewachsen sind, ist die Rudolfina nach einer Schrumpfung vor zwei, drei Jahrzehnten froh, dass sie seither bei der Redoute ihre Besucherzahl gehalten hat. Insgesamt glaubt Hödl nicht, dass heute weniger Leute auf Bälle gehen als früher: "Das Potenzial für Ballbesuche ist da, und auch unsere Redoute wird sicher wieder wachsen." Der Maskenball der Rudolfina verzeichnet jedes Jahr insgesamt rund 3000 Gäste, unter denen bis zu 700 christliche Couleurstudenten mit freiem Eintritt sind. Das Alter der Besucher schätzt Hödl auf "zur Hälfte über und zur Hälfte unter 27 Jahre". Auffällig ist auch die Zahl der vielen ausländischen Gäste, die wegen des Maskenballs in die Hofburg kommen.

. . . und ist ein Fixtermin für hunderte katholische nicht-schlagende Couleurstudenten. - © Faber David
. . . und ist ein Fixtermin für hunderte katholische nicht-schlagende Couleurstudenten. - © Faber David

Beim Ball der Vorarlberger sind die Dimensionen etwas kleiner: "Das Palais Ferstel ist feuerpolizeilich auf 735 Personen limitiert. Wir hatten Bälle, wo deutlich mehr Gäste kommen wollten, manchmal waren es aber auch deutlich weniger", berichtet die langjährige Ballmutter Kinz. "Der Anteil, der Vorarlberger in Wien, die den Ball besuchen, ist über die Jahre ziemlich stabil. Aber jedes Jahr haben wir eine andere Partnergemeinde in Vorarlberg, aus der dann besonders viele Gäste anreisen, und diese Zahl schwankt in der Regel zwischen 100 und 250 Leuten. Diese Differenz spüren wir dann schon." Mitunter werden dann auch kurz vorher noch Freikarten vergeben, "damit das Palais nicht zu leer ausschaut". Tendenziell hat sie aber schon das Gefühl, dass heute weniger Junge auf Bälle gehen als in vergangenen Jahrzehnten.

Dem widerspricht Elmayer, dessen Kränzchen mit ebenfalls gut 3000 Besuchern der Rudolfina-Redoute diesbezüglich um nichts nachsteht, aus eigener Erfahrung: "In Wien scheint mir, dass sich immer mehr Menschen bewusst werden, welchen Schatz sich diese moderne Großstadt mit ihrer einzigartigen und sehr lebendigen Ballkultur bewahrt hat." Er verweist auf das vergangene Elmayer-Kränzchen, bei dem allein an der Eröffnung gut 250 junge Paare teilgenommen haben. "Das zeigt sehr deutlich, dass Wiens Jugend sich für unsere Balltradition begeistert." Der Tanzlehrer sieht in den Wiener Bällen auch "fantastische Plattformen für Networking in einem entspannten aber festlichen Rahmen", die es nur in Wien und in keiner anderen Stadt der Welt gebe. "Dass dies so wertvoll ist, scheint auch vielen Menschen bewusst zu werden, die keine Ballgeher sind."

Interessanterweise haben sich die Besucher im Laufe der vergangenen Jahrzehnte seiner Meinung nach in eine Richtung entwickelt, die man vielleicht so nicht erwarten würde: "Die Kleidung bei Wiener Traditionsbällen ist deutlich eleganter geworden. Vor 30 Jahren sah man bei Hofburg-Bällen nur wenige Fracks. Und es wird auch sehr viel und technisch besser als früher getanzt", stellt Elmayer fest. Gleichzeitig bedauert er aber, "dass sich nur ganz selten Herren trauen, fremde Damen zum Tanz aufzufordern, wie dies früher ganz selbstverständlich war". Singles finden daher auf Bällen nicht mehr so leicht Anschluss. "Deshalb besucht man Bälle heute eher in Freundesgruppen oder als Paar."

Aus soziodemografischer Sicht meint Elmayer: "Vermutlich handelt es sich immer noch um ähnliche Bevölkerungsschichten wie früher, die ihre Lieblingsbälle besuchen – sei es nun der Hip-Hop-Ball oder der Philharmoniker-Ball." Auffällig ist dabei, dass man sich heute bei der Konsumation eher zurückhält. "Gegessen wird bei Bällen eher nur, um den kleinen Hunger zu stillen. Alkohol wird weniger als früher konsumiert", meint Elmayer.

Alkohol auf Bällen, das ist ohnehin so eine Sache. Große Probleme gibt es damit aber zumindest auf den größeren Bällen kaum. "Alkoholexzesse sind bei uns so gut wie nie vorgekommen. Das hat auch viele Servicemitarbeiter im Palais Ferstel erstaunt, die sind wohl wildere Schulbälle gewohnt", meint etwa Kinz schmunzelnd. Freilich, der eine oder andere Vorarlberger hat im Sakko einen Flachmann in der Innentasche. "Das ist aber auch eher eine traditionelle Geschichte." Und selbst auf der Rudolfina-Redoute, deren Klientel ja (nicht ganz zu Unrecht) ein großer Alkoholkonsum nachgesagt wird, halten sich studentische Schnapsleichen in Grenzen.

Gerade die studentische Amikalität kann aber die Veranstalter durchaus ins Schwitzen bringen, wenn sich Ballgäste vermeintlich mit der Security anlegen. "In Couleurstudentenkreisen ist man generell per Du, und der Umgang miteinander hat einen intimeren Charakter", erklärt Hödl. "Da kann es durchaus passieren, dass ein gewisser Tonfall von den Ordnern missverstanden wird. Oft ist es dann aber gar nicht so gemeint." Vor allem im Umgang mit langgedienten, älteren Verbindungsmitgliedern, die davon ausgehen, dass sie bei der Rudolfina-Redoute gleich erkannt und entsprechend behandelt werden, kann es zu kleinen Fauxpas kommen. Da braucht es manchmal Fingerspitzengefühl, damit sich nicht eine der beiden Seiten auf den Schlips getreten fühlt." Andererseits macht freilich gerade die kollektive Intimität für die korporierten Ballgäste den Reiz der Redoute aus: "Man sieht an jeder Ecke ein befreundetes Gesicht", formuliert es Hödl.

Auch prominente Gäste, über die man sich als Ballveranstalter freut, erfordern manchmal Flexibilität. Der heutige ÖVP-Chef Sebastian Kurz zum Beispiel besuchte seinerzeit als frischgebackener Staatssekretär die Redoute. "Wir hatten ihm aber vorher keine Ehrenkarte mehr zuschicken können. Zum Glück hat ihn aber der Bundesbruder und nunmehrige Redoute-Kassier am Eingang als Mitglied der Bundesregierung erkannt und die Security entsprechend instruiert, sodass sie ihm auch ohne Karte Zutritt gewährt hat. Es wäre ja peinlich gewesen, wenn er nicht reingelassen worden wäre."

Ein anderes Hoppala verbindet übrigens den Tanzlehrer Elmayer mit der Rudolfina-Redoute. Es war nämlich einer seiner Ballorganisatoren, der am Tag nach der Redoute in der Hofburg mehrere hundert nicht verkaufte Eintrittskarten fand. "Irgendwie waren die dort irrtümlich liegen geblieben", erinnert sich Hödl. "Das wäre uns teuer gekommen, denn damals gab es noch die inzwischen abgeschaffte Vergnügungssteuer. Mit 15 Prozent pro Karte wäre das bei einigen hundert Karten doch eine beachtliche Summe gewesen. Hätten wir die vergessenen nicht-verkauften Karten nicht beim Magistrat wieder zurückgegeben, hätten wir die Steuer auch für die bezahlen müssen. Gott sei Dank ist es aber gut ausgegangen."

Auch Elmayer selbst kennt die kleinen und großen Sorgen von Ballveranstaltern aus eigener Erfahrung. Immer wieder wird zum Beispiel Gästen die ungewöhnlich frühe Beginnzeit des Elmayer-Kränzchens (18 Uhr) zum Verhängnis. "So rief mich einmal ein deutscher Botschafter, der seine Teilnahme im Ehrenkomitee zugesagt hatte an, um sich zu entschuldigen. Er kam im dunklen Anzug und konnte sich vor der Eröffnung nicht mehr umziehen, weshalb er nicht eingelassen wurde", erzählt Elmayer.

Mit ausländischen Ballgästen gibt es mitunter auch andere Missverständnisse. "Manche glauben, dass sie bei einer Ballkarte um 100 Euro auch einen Sitzplatz oder gar ein Essen inkludiert haben", berichtet Hödl. Oft genug muss das Ballkomitee dann unten beim Eingang mit Gästen feilschen, während oben die Eröffnung läuft.
Kleine Hoppalas gibt es auch bei den Vorarlbergern immer wieder: "Es gibt zum Beispiel nur für einen Teil der Besucher Sitzplätze, da muss man dann immer akribische Sitzpläne machen. Und einmal hatte jemand eine Sitzplatzkarte, aber keinen Sitzplatz dazu", erinnert sich Kinz. "Das ist mir aber ein einziges Mal in 17 Jahren passiert." Und durch rasches Umschlichten wurde die Situation gelöst. Im ersten Moment sehr unangenehm war es ihr auch einmal, als beim Ehrentisch mit dem Landeshauptmann und sonstiger Prominenz ein Sessel fehlte. "Reise nach Jerusalem" musste aber nicht gespielt werden, "wir haben dann einfach vom Nebentisch einen Stuhl rübergestellt".

Es gibt also viele potenzielle Stolpersteine, gröbere Unglücke gab es aber bisher laut Kinz nicht. Das Palais Ferstel, in dem der Ball seit gut 30 Jahren stattfindet, ist also offenbar ein gutes Parkett für tanzende Vorarlberger. "Es ist natürlich auch ein großer Vorteil, wenn Veranstalter und Haus einander schon gut kennen." Trotzdem passiert so mancher Lapsus. So auch vor einigen Jahren bei der Rudolfina-Redoute, die ebenfalls schon lange in der Hofburg beheimatet ist: "Wir haben immer viel Blumenschmuck, auch die Farben und der Zirkel der Rudolfina werden aus bunten Nelken und Lorbeer als große Dekoration bei der Feststiege aufgestellt", erzählt Hödl. "Einmal sind wir beim Rundgang wenige Stunden vor der Eröffnung draufgekommen, dass die Verbindungsfarben verkehrt herum waren. An sich eine Kleinigkeit, die wohl kaum einem Ballgast aufgefallen wäre, aber innerhalb der Rudolfina hätten wir sicher Zores bekommen. Wir haben also den Gärtner nochmals geholt und ihn die Farben korrigieren lassen, was eine gute Stunde gedauert hat."

Blumen bleiben manchmal aber auch einfach irgendwo liegen. So wie im Vorjahr, als die Blumensträuße für die Künstler der Eröffnung im Ballbüro vergessen worden waren. "Aber auch das ist sonst keinem aufgefallen. Wir haben sie dann eben nachträglich übergeben." Das häufigste Hoppala bei Bällen ist ein Klassiker, berichtet Elmayer: "Am öftesten erlebe ich, dass junge Damen oder Herren des Eröffnungskomitees plötzlich umkippen, während sie im Spalier stehen. Es wäre gut, wenn Ballgäste, die immer sofort helfen wollen, wüssten, dass die Person am schnellsten wieder auf die Beine kommt, wenn sie sich flach auf den Boden legen kann. Wasser, Eiswürfel und Traubenzucker können zusätzlich helfen."

Ist man eigentlich als Organisator noch nervös, wenn man schon so viele Bälle gut über die Bühne gebracht hat? "Jeder Ball hat seinen eigenen Charakter. Im Laufe der Zeit hat sich meine eigene Anspannung zwar ein bisschen gemindert, aber trotzdem war jeder Ball wieder etwas Neues", sagt dazu Kinz. "Wenn die Eröffnung gut abgelaufen ist, war das ein erster Moment der Erlösung." Wirklich entspannen konnte sie sich als Organisatorin erst, wenn dann auch die Mitternachtseinlage vorbei war und die Gäste alle gut heimgekommen waren.

Ähnlich geht es Hödl, der nach der vergangenen Redoute um 12 Uhr schlafen gegangen ist, "zu Mittag wohlgemerkt". Für ihn gibt es zwei Gänsehaut- und Zufriedenheitsmomente: "Der eine ist um punkt 21 Uhr die große Eröffnung. Der andere ist am Ende, wenn ich zwischen 6 und 7 Uhr früh mit unseren Verbindungsutensilien auf die Rudolfina-Bude komme und weiß, dass der Ball gut gelaufen ist." Für alle regelmäßigen Ballveranstalter gilt auch: Nach dem Ball ist vor dem Ball. Am Tag danach beginnen schon die ersten Vorbereitungen fürs nächste Jahr.