Wien. Sie ist eine von 13 Privatuniversitäten in Österreich. 80 Studierende, drei Studiengänge, fünf Professuren und ein ehemaliges Hotel: So begann im Oktober 2007 die Modul University Vienna der Wirtschaftskammer Österreichs. Heute hat sie ihren Sitz immer noch am Kahlenberg, die Anzahl der Studierenden hat sich allerdings mittlerweile verzehnfacht. 120 davon absolvieren pro Jahr, 30 wissenschaftliche Mitarbeiter, 45 Lektoren sowie 42 Angestellte machen den Universitätsbetrieb möglich.

Auch die Zahl der Studiengänge ist gewachsen: Heute können Studenten zwischen 12 Studiengängen aus den Bereichen Neue Medientechnologien, Tourismusmanagement, Internationales Management und nachhaltige Entwicklung wählen. In der Zukunft sollen Schwerpunkte auf Digitalisierung und Entrepreneuership gesetzt werden. Seit 2016 hat die Universität auch Standorte in Dubai und Nanjing. "Die Modul University Vienna ist weltweit bekannt für ihr Know-How im Bereich Tourismusforschung und -lehre. Dortige lokale Investoren, die den Tourismus ausbauen wollen, haben sich deshalb an uns gewandt", erklärt der Direktor der Universität Karl Wöber.

Mit der Tourismusschule Modul im 19. Bezirk, deren Lehrer 2004 beauftragt wurden, auch eine Universität zu starten, hat diese - außer dem Eigentümer - übrigens nichts gemeinsam. "Allerdings haben die Absolventen, die von dort zu uns kommen, meist eine sehr gute Vorbildung."

13 Privatunis in Österreich


13 Privatunis bieten derzeit in Österreich mehr als 150 Studiengänge an, im Studienjahr 2016/17 wurde erstmals die Grenze von 10.000 Studierenden geknackt. Mit etwa vierzig Prozent ist dabei der Anteil an internationalen Studierenden höher als an anderen Universitäten oder Fachhochschulen. An der Modul University Vienna beträgt er sogar 70 Prozent, die Studierenden kommen aus mehr als 70 verschiedenen Ländern. Die Unterrichtssprache ist Englisch. 6000 Euro bezahlt man hier durchschnittlich pro Semester für ein Studium. "Wir orientieren uns in etwa an Großbritannien. Privatuniversitäten in den USA oder der Schweiz sind noch wesentlich teurer", hält Wöber fest.

Kleine Kursgruppen, ein gutes Betreuungsverhältnis, eine universitäre Community und Unterstützung bei der Karriere sind Faktoren, für die immer mehr junge Erwachsene bereit sind, tief in die Tasche zu greifen. Währenddessen kämpfen die öffentlichen Universitäten mit Geldnot und platzen aus allen Nähten. Der Weg in eine universitäre Zweiklassengesellschaft?

Wöber sieht das anders: "Jeder Student an einer Privatuniversität macht einen Platz an einer staatlichen frei. Außerdem zeige eine Sozialerhebungsstudie, dass die soziale Durchmischung an Privatunis nicht anders ist als jene an den öffentlichen." Ebenso würden nicht alle Privatuniversitäten in Österreich Studiengebühren erheben.