Laut Anton Plimon schnitt ein anderer Standort in Sachen Lärmmaßnahmen deutlich günstiger ab. - © apa/B. Gindl
Laut Anton Plimon schnitt ein anderer Standort in Sachen Lärmmaßnahmen deutlich günstiger ab. - © apa/B. Gindl

Wien. (apa/dab) Das Wiener Krankenhaus Nord wird an einem Standort in Floridsdorf gebaut, der zumindest aus technischer Sicht nicht gut dafür geeignet ist. Das hat der Geschäftsführer des Austrian Institute of Technology (AIT), Anton Plimon, am Dienstag in der gemeinderätlichen Untersuchungskommission zum KH Nord erklärt. Das AIT hat im Jahr 2007 die infrage kommenden Örtlichkeiten begutachtet.

Sehe man sich die Gutachten an, könne man sagen, dass der gewählte Platz "nicht optimal" ist, führte Plimon aus. Sein Institut hat im Auftrag des Krankenanstaltenverbunds (KAV) drei Standorte in Floridsdorf unter die Lupe genommen: Einen beim Heeresspital, einen an der Siemensstraße und eben jenen Standort bei der Brünner Straße 68-70, der 2010 letztendlich für den Spitalsbau auserkoren wurde. Dieser war zur Zeit der Prüfung jedoch keineswegs für einen Bau geeignet, führte Plimon aus.

Teure Maßnahmen
zur Lärmbekämpfung


Das Problem waren - zumindest zunächst - Anlagen der ÖBB sowie die nahe S-Bahn-Station. Es seien unterschiedliche Maßnahmen nötig gewesen: "Sonst hätte man dort laut Ö-Norm kein Krankenhaus bauen dürfen." Das betreffe etwa den Lärm, so Plimon.

Die Kosten für die umzusetzenden schalldämmenden Maßnahmen wurden vom AIT beim Standort Brünner Straße mit elf Millionen Euro geschätzt. Auch Vibrationen waren dort ein Thema. Weitere fünf bis zehn Millionen Euro würden entsprechende Dämm-Einbauten kosten, hieß es damals.

Kostenmäßig wurde das nunmehrige KH-Nord-Areal nur mit einem der beiden anderen möglichen Grundstücke verglichen, nämlich mit der Siemensstraße. Sie schnitt in Sachen Lärmmaßnahmen laut Plimon etwa günstiger ab. Die Kosten wurden bei diesem Standort auf insgesamt acht Millionen Euro geschätzt.

Der KAV entschied sich damals aber doch für das - zumindest laut dem Techniker - problematischere Grundstück.

Debatte über die
Strahlenbelastung


Neben den hohen Kosten für diese Maßnahmen waren auch die Belastungen durch elektromagnetische Felder ein Thema. Diese waren zum Zeitpunkt der Untersuchung exorbitant hoch - allerdings aufgrund der ÖBB-Geräte, deren Entfernung vom Grundstück ohnehin vorgesehen war.