München. Der deutsche Innenminister Horst Seehofer will laut einem Medienbericht am Wochenende seinen Rücktritt als Chef der bayerischen CSU bekanntgeben. Das berichtete die Wochenzeitung "Die Zeit" vom Mittwoch mit Berufung auf Vertraute des Politikers. Er wolle aber als Innenminister in der Regierung bleiben. "Horst Seehofer hat sich nicht festgelegt", sagte sein Sprecher zu dem Medienbericht. "Das ist eine fette Ente", sagte Seehofer selbst zur "Welt".

Seehofer war wegen des Verlusts der absoluten Mehrheit seiner Partei bei der Bayern-Wahl im Oktober zuletzt vermehrt in die Kritik geraten. Nach der Ankündigung von der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel Ende Oktober, ihren Posten als Chefin der Schwesternpartei CDU abzugeben, hatte sich diese noch verstärkt.

Der Rückzug Merkels dürfte den Schritt für Seehofer erleichtert haben. "Horst ist seitdem einfach wahnsinnig erleichtert, dass er nicht auch auf Merkels Männerfriedhof gelandet ist", zitierte das Blatt in seinem online veröffentlichten Bericht einen Vertrauten. Nun könne er "in Frieden gehen".

Söder und Weber als Nachfolgekandidaten


Seehofer hatte im Vorjahr seinen Verzicht auf das Amt des bayerischen Ministerpräsidenten bekanntgegeben, um an die Spitze des Innenressorts nach Berlin zu wechseln. Markus Söder wurde daraufhin im März zu seinem Nachfolger in der bayerischen Regierung gewählt. Die "Zeit" nannte neben Ministerpräsident Söder auch Manfred Weber, Fraktionschef der Europäischen Volkspartei (EVP) und Bewerber als EVP-Spitzenkandidat für die EU-Wahlen 2019, als möglichen Nachfolger Seehofers im Amt des CSU-Chefs. Söder hat allerdings das schlechteste Ergebnis bei Landtagswahlen seit knapp 70 Jahren zu verantworten. Problematisch erscheint aber auch eine mögliche Doppelfunktion Webers.