Die britische Regierung hofft mit einem baldigen Durchbruch bei den Brexit-Verhandlungen auf eine "neue Dynamik" im britischen Parlament in der Frage der Grenze zur Republik Irland. Das erklärte der britische Vize-Premierminister David Lidington am Freitag bei einer Pressekonferenz nach Gesprächen mit dem irischen Premierminister Leo Varadkar und anderen Regierungschefs auf der Isle of Man. Beobachter bezeichnen die Aussage als Zweckoptimismus.

Großbritannien tritt am 29. März aus der EU aus. Die Verhandlungen sind weitgehend abgeschlossen. Noch fehlt aber eine Einigung darüber, wie nach dem Brexit Grenzkontrollen zwischen dem britischen Nordirland und dem EU-Mitglied Irland verhindert werden können. Zurzeit ist für keinen der Lösungsvorschläge eine Mehrheit im britischen Parlament absehbar.

Die Minderheitsregierung von Premierministerin Theresa May ist auf die Unterstützung der nordirisch-protestantischen DUP angewiesen. Die zeigt sich wenig flexibel und hat der Premierministerin Theresa May

offen gedroht: "Wir werden keine Vereinbarungen mittragen, die Nordirland vom Rest des Vereinigten Königreichs trennen und an die Zoll- und Regierungsvorschriften der Europäischen Union binden."

Eine Zollgrenze in der Irischen See, wie sie der EU vorschwebt, wird aber auch einige Abgeordnete der Konservativen angelehnt. Auf die Unterstützung von Oppositionsabgeordneten kann May kaum hoffen. In dieser Situation wird sie die Abgeordneten wohl vor die Wahl stellen, für das Abkommen der Regierung zu stimmen oder einen chaotischen Austritt aus der EU in Kauf zu nehmen.