London. Die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon hat den Brexit-Deal der britischen Premierministerin Theresa May als "verheerend" für ihre Region bezeichnet. "Das wäre die schlechteste aller möglichen Welten für Schottland", sagte sie am Mittwoch der BBC mit Blick auf den geplanten Sonderstatus für Nordirland.

Wegen des Deals müsste Schottland den EU-Binnenmarkt verlassen, "was für sich allein schon schlimm genug ist", sagte Sturgeon. "Aber zugleich müssten wir um Investitionen und Jobs mit Nordirland konkurrieren, das faktisch weiterhin im Binnenmarkt bliebe."

Wenig überraschend kündigte der SNP-Fraktionschef im Londoner Unterhaus, Ian Blackford, ein Nein zu dem Deal an. Dieser wird auch von den nordirischen Unionisten kritisch gesehen, die Mays Minderheitsregierung stützen. Sie stoßen sich ebenfalls daran, dass Nordirland durch eine dauerhafte Sonderregelung vom Rest des Landes getrennt werden könnte.

Hintergrund der Sonderbehandlung ist die strikte Bedingung der EU, dass zwischen Nordirland und der Republik Irland keine harte Grenze entstehen darf. Gänzlich verhindert werden kann dies nur, wenn Großbritannien weiterhin in einer Zollunion mit der EU bleibt, doch möchte sich London nicht dauerhaft die Möglichkeit zum Abschluss eigener Handelsvereinbarungen nehmen lassen.

Die SNP will ähnlich wie die oppositionelle Labour Party, dass Großbritannien im EU-Binnenmarkt und der Zollunion verbleibt. May wird aber von den Brexit-Befürwortern im eigenen Lager vorgeworfen, die ursprünglichen Austrittspläne schon zu sehr verwässert zu haben. Es ist somit unklar, ob sie ihren Deal durch das Unterhaus bringt.