Tiflis. Die neue georgische Präsidentin Salome Surabischwili hat das große Nachbarland Russland zur Einhaltung des internationalen Rechts aufgerufen. "Nur dann kann es gleichberechtigte und friedliche Verbindungen zu den Nachbarn geben", sagte Surabischwili am Sonntag nach ihrer Amtseinführung in der Stadt Telawi.

Sie kritisierte, dass Moskau von Georgien abgespaltene Regionen als unabhängige Staaten anerkannt habe. "Abchasien und Südossetien sind von Russland besetzt. Das ist unannehmbar. Wir werden uns damit nicht abfinden", sagte Surabischwili. Georgien werde seinen Kurs auf eine Mitgliedschaft in EU und Nato fortsetzen, kündigte sie an.

Die ehemalige französische Diplomatin (66) hatte sich Ende November in einer Stichwahl um das Präsidentenamt in der Südkaukasus-Republik durchgesetzt. Zu der Amtseinführung kam deshalb auch ihr Ex-Chef, Frankreichs früherer Präsident Nicholas Sarkozy. Surabischwili war erst französische Botschafterin in Tiflis gewesen und dann in den diplomatischen Dienst Georgiens gewechselt. Ein Jahr lang hat sie auch als Außenministerin der Ex-Sowjetrepublik amtiert.