Beim Brexit am 29. März wird Großbritannien über Nacht zum Drittstaat: Tausende Regelungen zwischen dem Königreich und der EU sind damit ungültig. Das betrifft den grenzüberschreitenden Verkehr, den Handel, die Bürgerrechte. "Unternehmen wären mit heftigen neuen Zöllen und Abgaben konfrontiert. Verzögerungen an Häfen könnten sorgfältig abgestimmte Lieferketten zerstören", so die Wirtschaftsvertreter, die den Stillstand im Londoner Parlament und die Grabenkämpfe der Abgeordneten "mit Entsetzen" beobachten.

Auch die Whiskey-Produzenten der Insel, mit jährlich 4,5 Milliarden Pfund der größte britische Exporteur, warnen vor einem No-Deal-Brexit.

Handel und Verkehr sichern

Auf genau dieses Worst-Case-Szenario bereitet man sich auch in Brüssel vor. Die EU-Kommission will verhindern, dass es bei einem chaotischen Ausstieg Großbritanniens zu einem völligen Zusammenbruch des Güter- und Flugverkehrs kommt. Der Notfallplan Brüssels sieht vor, dass zumindest ein Grundangebot an Flügen zwischen Großbritannien und dem Kontinent bestehen bleibt - vorausgesetzt, London räumt EU-Airlines die gleichen Rechte ein.

Ähnliches gilt für den Güterverkehr. Laut EU-Kommission sollen britische Spediteure vorübergehend weiterhin in die EU fahren können und umgekehrt. Auch die Finanzströme sollen bei einem harten Brexit vorerst weiter fließen. Die meisten Banken, Versicherungen und andere Finanzunternehmen der Insel könnten nach dem Ende der einjährigen Übergangsfrist aber nicht mehr in der EU operieren. Sie würden dann ihren größten Kunden verlieren. Unklar ist, wie die Bürgerrechte aussehen sollen. Die Mitgliedstaaten werden lediglich aufgerufen, Briten in der EU großzügig Aufenthaltsgenehmigungen auszustellen.