London. Der britische Arbeitsmarkt hat sich vor der jüngsten Zuspitzung des Brexit-Streits in einer sehr guten Verfassung gezeigt. Die Arbeitslosenquote fiel in den drei Monaten bis November von 4,1 auf 4,0 Prozent, wie das Statistikamt ONS am Dienstag in London mitteilte. Damit wurde ein 43-jähriger Tiefstand eingestellt. Niedriger lag die Quote zuletzt im Jahr 1975. Analysten hatten mit einer konstanten Quote gerechnet.

Die robuste Lage am Arbeitsmarkt lässt auch die Löhne und Gehälter weiter steigen. Ohne Bonuszahlungen legten die Löhne in den drei Monaten bis November um 3,3 Prozent zum Vorjahresabschnitt zu, mit Bonuszahlungen betrug der Zuwachs 3,4 Prozent. Höher waren beide Werte letztmalig im Jahr 2008 gelegen. Auch real, also unter Berücksichtigung der Inflation, blieb den Arbeitnehmern etwas in der Tasche.

Starker Beschäftigungszuwachs seit April

Die Beschäftigung stieg in den drei Monaten bis November um 141.000 Stellen. Das war der stärkste Zuwachs seit April und deutlich mehr als Analysten erwartet hatten. Die Prognose lag bei plus 87.000 Stellen.

Neben den Zahlen nach internationalen Standards veröffentlicht das ONS auch eine nationale Berechnung. Diese läuft den Zahlen nach internationaler Methode um einen Monat voraus. Demnach ist die Zahl der Menschen mit Anspruch auf Arbeitslosenhilfe ("Claimant Count") im Dezember um 20.800 gestiegen. Der Zuwachs im Vormonat wurde von 21.900 auf 24.800 revidiert.