US-Präsident Donald Trump drohte er mit spürbarem Gegenwind für den Fall, dass dieser tatsächlich Strafzölle auf deutsche Fahrzeuge einführe. "Wir lassen uns als Europäer nicht erpressen."

Weber sagte, die EVP, deren Fraktion er im EU-Parlament leitet, habe gezeigt, dass sie Politik aus der Mitte heraus gestalten wolle und könne, nicht von links oder wie von den "rechten Dumpfbacken". Europa werde derzeit aber von Nationalisten und Populisten herausgefordert. Deshalb gehe es bei der Europawahl am 26. Mai um "verdammt viel".

Interessant war, was Weber nicht ansprach: Den aktuellen, brisanten Konflikt innerhalb der EVP. Am 20. März könnte der Vorstand der Europäischen Volkspartei nämlich die ungarische Regierungspartei Fidesz ausschließen, nachdem es Ungarns rechtskonservativer Ministerpräsident Viktor Orban mit seiner aktuellen Anti-Brüssel-Kampagne offenbar endgültig übertrieben hat.

Die SPD-Spitzenpolitikerin und deutsche Justizministerin Katarina Barley hingegen warf der CSU Versagen im Umgang mit Fidesz vor. "Wer Viktor Orban so lange so hofiert hat, wie das die CSU getan hat, ihn immer wieder auf ihre Parteitage eingeladen hat, so jemand will kein funktionierendes Europa, das auf einem solidarischen Geben und Nehmen beruht", sagte die SPD-Spitzenkandidatin für die Europawahl in Vilshofen.

Kramp-Karrenbauer im Karneval 

CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer warf Barley vor, sie habe mit ihrer Äußerung im Karneval über Intersexuelle einen Witz auf Kosten einer Minderheit machen wollen. Von der Union gebe es in der Koalition keine eigenen Ideen und keine Konzepte. "Das einzige, was Du von denen hörst, sind despektierliche Schenkelklopfer wie jetzt von Annegret Kramp-Karrenbauer im Karneval." Sie habe "billige Punkte" sammeln wollen mit "Flachwitzen über Menschen mit intersexueller Identität".

Die Grünen nutzten den Aschermittwoch ebenfalls zu Attacken und warfen der CSU Scheinheiligkeit in der Klima- und Umweltpolitik vor. Auch die Frauenpolitik der Christsozialen wurde aufs Korn genommen. Die Chefin der deutschen Grünen, Annalena Baerbock, hielt ein flammendes Plädoyer für den Zusammenhalt in Europa. "Es geht um 70 Jahre Frieden", sagte sie in Landshut mit Blick auf die EU-Wahl. "Um das Versprechen: nie wieder Krieg in Europa." Europa sei das beste Beispiel dafür, "dass man Frieden lernen kann".

Die AfD holte zum verbalen Rundumschlag gegen alle anderen Parteien, Medien, Kirchen, den Verfassungsschutz, die Europäische Union und demonstrierende Schüler aus. So nannte der niederbayerische AfD-Bezirkschef Stephan Protschka die Europäische Union schlicht obsolet. "Die EU ist ein Konstrukt, das keiner braucht."