Die Grünen haben beim Bundeskongress am Samstag wie erwartet ihren Bundessprecher Werner Kogler zum Spitzenkandidaten für die EU-Wahl im Mai gekürt. Kogler, der ohne Gegenkandidaten für Platz eins der Liste kandidiert hatte, wurde von 98,6 Prozent der Delegierten gewählt.

Kogler bekam 216 von 223 abgegeben Stimmen. Vier Stimmen waren ungültig. "Ja, ich nehme die Wahl an. Ich setze auf euch. Ich werde mir nicht jeden Finger ausreißen, aber ziemlich viele. Das erwarte ich auch von der Bewegung", sagte er nach Bekanntgabe des Ergebnisses.

"Lassen uns diesen Planeten nicht von den Rechten fladern" 

Werner Kogler während des Bundeskongress der Grünen "Mutig für Europa" in Wien. - © APAweb/Herbert Pfarrhofer
Werner Kogler während des Bundeskongress der Grünen "Mutig für Europa" in Wien. - © APAweb/Herbert Pfarrhofer

In seiner Rede hat der Spitzenkandidat wenig überraschend den Umweltschutz in den Mittelpunkt gestellt. "Machen wir die Wahl zur Klimawahl", sagte er in seiner rund einstündigen Ansprache, für die er Standing Ovations erntete.

"Wir lassen uns diesen Planeten nicht von den Rechten fladern", sagte Kogler. "Wenn sie schon mit Fehdehandschuhen herumschmeißen, die Schmissigen, dann nehmen wir ihn doch", meinte er launig in Anspielung auf den blauen Spitzenkandidaten Harald Vilimsky, der dem ÖVP-Kandidaten Othmar Karas in einer Rede den "Fehdehandschuh" hingeworfen hatte.

Die Wahlen zum Europäischen Parament seien eine der wichtigsten in Sachen Klimaschutz. Es geht um nicht weniger als um den Umstieg vom Fossilzeitalter auf das Solarzeitalter. "Wenn argumentiert wird, Klimaschutz ist teuer, können wir nur antworten: Kein Klimaschutz ist noch viel teurer", betonte er.

Kein Geld, aber viel Herzblut

Kogler kritisierte auch die österreichische Bundesregierung für Versäumnisse in der Klimapolitik: "Das ist Unterlassungstäterschaft, nicht weniger werfen wir der türkis-blauen Bundesregierung vor." Er frage sich, wie es dazu kommen könne, "dass wir so einen jungen Kanzler haben, der so zukunftsvergessen ist".

Auch die europäischen Werte wie Freiheit, Demokratie, Rechtstaatlichkeit, Menschenrechte und Minderheitenschutz seien "einem mehrfachen Angriff" ausgesetzt: "Von den alten Nationalisten, die wieder hervorkriechen. Und dazu gesellen sich die neuen Rechtsextremen", warnte Kogler. "Es wird eine Gegenbewegung geben, die versucht, Europa zu schützen", versprach er. "Wir haben kein Geld, wir haben wenig Mitarbeiter, aber wir haben Herzblut und Überzeugung. (apa)