Konkrete Angaben über die Verwendung der Spendengelder konnte Kolm nicht machen - Kolm verwies auf Vereinbarungen, die zwischen Spender und ACRE direkt getroffen werden: "Unsere Kooperation mit ACRE betrifft Veranstaltungen, die die Zukunft Europas und wirtschaftspolitische Themen betrachten."

Höchst aufklärungsbedürftig

Für den grünen Europa-Abgeordneten Michel Reimon ist die Causa höchst aufklärungsbedürftig: "Es haben 2018 europaweit nur vier Privatpersonen hohe Spenden an europäische Parteien geleistet. Alle vier sind Österreicher. Alle vier haben an die EU-feindliche ACRE gespendet. Bei allen vier ist kein Grund offensichtlich, warum sie an der ACRE ein Interesse haben sollten. Aber alle sind aus dem persönlichen Netzwerk von Barbara Kolm. Und deren Unternehmen hat die fünfte Spende an die ACRE geleistet. Ich habe die zuständige EU-Behörde darüber informiert und um eine Untersuchung des Falles gebeten. Die erlaubte Höchstgrenze für Spenden liegt bei 18.000 Euro pro Jahr, eine Spende auf mehrere Personen aufzusplitten wäre nicht erlaubt."

Für den Grün-Abgeordneten Reimon wirft der Fall aber auch innenpolitische Fragen auf: "Warum spendet ein Unternehmen der Vizepräsidentin der österreichischen Nationalbank an eine EU-feindliche Fraktion, in der kein einziger österreichischer Abgeordneter sitzt? Welche Politik will sie da umgesetzt haben? Was war die Leistung für diese fünf Spenden, die ja immerhin 10 Prozent des Jahresbudgets der ACRE ausmachen? Vizekanzler Heinz-Christian Strache und FP-Generalsekretär Harald Vilimsky haben Kolm im selben Zeitraum in mehrere zentrale Positionen in der Republik gehievt, von der Nationalbank bis zu den ÖBB. Wie stehen sie zu diesen Spenden an nicht-österreichische Parteien?"