London. Inmitten der Brexit-Krise hat die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel ihren Besuch in Irland begonnen. In Dublin wurde sie am Donnerstagnachmittag vom irischen Regierungschef Leo Varadkar empfangen. Nach Angaben von Merkel soll es bei dem Treffen vor allem um die Grenzsituation zwischen der Republik Irland und dem britischen Nordirland gehen.

Merkel hatte am Mittwoch gesagt, es gehe "um den Frieden in Irland". Sie griff damit die Befürchtung vieler Iren auf, dass durch den Brexit wieder eine "harte" Grenze zur britischen Provinz Nordirland entstehen könnte. Das Karfreitagsabkommen von 1998, das den jahrzehntelangen Nordirland-Konflikt beendet hatte, sieht eine Grenze ohne Kontrollen vor. Deshalb werde sie sich in Irland "intensiv" mit der Grenzsituation befassen, kündigte Merkel an.

Indes riefen die Regierungschefs Dänemarks und Griechenlands, Lars Loekke Rasmussen und Alexis Tsipras, die britische Politik zum Ende des Brexit-Patts auf. Man sei "überrascht" von der Unfähigkeit des britischen politischen Systems, eine gemeinsame Position zu finden, sagte Tsipras nach einem Treffen mit Rasmussen in Athen.

EU-Brexit-Chefverhandler Michel Barnier hielt sich indes in Stockholm auf. Nach einem Treffen mit dem schwedischen Ministerpräsidenten Stefan Löfven begrüßte Barnier den Beginn von parteiübergreifenden Verhandlungen zwischen der konservativen Premierministerin Theresa May und Oppositionschef Jeremy Corbyn. Zugleich betonte er: "Es ist an der Zeit für Entscheidungen."(apa/afp/reuters)