Paris. Bei den Protesten der regierungskritischen "Gelbwesten"-Bewegung hat es am Samstag in Paris abermals Zusammenstöße mit der Polizei gegeben. Die Polizei nahm nach eigenen Angaben bis zum Nachmittag 126 Menschen fest, zudem führte sie rund 11.000 Personenkontrollen durch. In der Innenstadt setzten Sicherheitskräfte Tränengas gegen Demonstranten ein, wie AFP-Reporter berichteten. An dem Boulevard zwischen der Place de la Bastille und der Place de la République kam es zu Rangeleien zwischen Demonstranten und Polizisten.

An der Kundgebung in der Hauptstadt nahmen mehrere tausend Menschen teil. Frankreichs Innenminister Christophe Castaner ließ  landesweit mehr als 60.000 Mitarbeiter von Polizei und Gendarmerie mobilisieren. Er erwarte Krawallmacher in Toulouse, Montpellier, Bordeaux und "vor allem in Paris", sagte Castaner.

23. Protestwochenende

Ein Demonstrant mit einer Macron-Maske in Paris. - © APAweb / AFP, ABDELKAFI
Ein Demonstrant mit einer Macron-Maske in Paris. - © APAweb / AFP, ABDELKAFI

 Es ist bereits das 23. Protestwochenende der "Gelbwesten"-Bewegung - und das letzte, ehe Frankreichs Präsident Emmanuel Macron am Donnerstag seine Reformpläne vorstellt, die er unter dem Druck der anhaltenden Demonstrationen entwickelt hat.

Die "Gelbwesten" protestieren seit fünf Monaten für mehr soziale Gerechtigkeit und niedrigere Steuern. Im Dezember hatte Macron zunächst Zugeständnisse im Umfang von rund zehn Milliarden Euro angekündigt, unter anderem einen höheren Mindestlohn. Von Mitte Jänner bis Mitte März ließ der Präsident die Bürger zudem im Rahmen einer "großen nationalen Debatte" befragen, um "die Wut in Lösungen zu verwandeln". (afp, apa, dpa)