London/Derry. Im Zusammenhang mit der Tötung der Journalistin Lyra McKee im nordirischen Derry (Londonderry) ist eine 57-jährige Frau festgenommen worden. Zwei am Samstag festgenommene junge Männer seien dagegen freigelassen worden, teilte die Polizei am Dienstag mit.

McKee hatte am Donnerstagabend am Rande von schweren Ausschreitungen in Derry einen tödlichen Kopfschuss erlitten. Die paramilitärische Gruppe "New IRA" bekannte sich zu der Tat.

Paramilitärische Gruppe entschuldigt sich bei Angehörigen

Die Reporterin sei "tragischerweise getötet" worden, als sie an der Seite "feindlicher Kräfte" (der Polizei) gestanden habe, zitierte die Zeitung "The Irish News" am Dienstag aus einer Erklärung der Splittergruppe. Zugleich bat die New IRA die Angehörigen McKees "aufrichtig um Entschuldigung".

Die Journalistin wurde nach Polizeiangaben getroffen, als ein Mann auf Polizisten schoss. Die Behörden gingen früh davon aus, dass die New IRA für die Tat verantwortlich ist. Die Gruppe setzt sich für einen Zusammenschluss Nordirlands mit Irland ein.

Der gewaltsame Tod der 29-Jährigen weckte Erinnerungen an die düstersten Zeiten des Nordirland-Konflikts, bei dem rund 3500 Menschen getötet wurden. In der britischen Provinz hatten sich jahrzehntelang irisch-katholische Nationalisten und protestantische Loyalisten bekämpft.

Die Stadt Derry, von den Protestanten Londonderry genannt, war 1972 Schauplatz des "Bloody Sunday". Damals schossen britische Soldaten auf unbewaffnete Teilnehmer einer nicht genehmigten Demonstration. 14 Menschen wurden getötet. (apa, afp, reuters)