Wien. In die Europawahlen stecken die Parteien traditionell weniger Geld als in die heimischen Urnengänge, der Wahlkampf fällt - auch auf den Plakatwänden ersichtlich - sparsamer aus. Die größeren Parteien umwerben aber auch die EU-Wähler mit kleinen Geschenken. Grüne und EUROPA Jetzt können sich das nicht leisten, die NEOS sind mit Giveaways eher zurückhaltend.

Höchst zurückhaltend ist die ÖVP, was eine Auskunft über die Wahlkampfkosten betrifft. Man werde sich an die gesetzliche Grenze halten - das sind 7,14 Mio. Euro -, ist nach wie vor die einzige Angabe. Bei den vergangenen beiden Nationalratswahlen hatte die Kanzlerpartei die Kostengrenze trotz derartiger Zusicherungen ja gesprengt. Geworben wird im EU-Wahlkampf vielfältig - muss doch jeder Kandidat der ÖVP um Vorzugsstimmen rittern, nach denen die Mandate parteiintern verteilt werden -, und durchgehend in der neuen Parteifarbe türkis. Es gibt türkise T-Shirts und Regenjacken mit der Aufschrift "Team Volkspartei für Europa", aber auch kleinere Giveaways und Sticker mit Namen der einzelnen Kandidaten.

FPÖ setzt 3,5 Millionen Euro an 

Koalitionspartner FPÖ leistet sich heuer einen aufwändigeren Wahlkampf als vor fünf Jahren: Damals verrechnete die FPÖ 2,7 Mio. Ausgaben für die Wahlkampfkostenrückerstattung. Heuer wurden 3,5 Mio. Euro angesetzt - und es könnten, wie Spitzenkandidat Harald Vilimsky verriet, noch etwas mehr werden, weil "jeder Wahlkampf eine eigene Dynamik" habe. Dass sie die Partei ist, die der EU am allerkritischsten gegenübersteht, demonstriert die FPÖ mit rot-weiß-roten Schutzwesten, auf denen "Mehr Österreich weniger EU" prangt - oder mit Powerbanks mit Aufdruck "Mehr Power für unser Österreich".

Dass es "nur einen mit dem richtigen Rezept für Europa gibt" - nämlichen ihren Spitzenkandidaten Andreas Schieder - unterstreicht die SPÖ auch mit Giveaways: Mit Kochlöffeln und einer kleinen Rezeptbroschüre wird die "Andi kocht"-Twitter-Kampagne auch außerhalb der Internet-Welt fortgesetzt. Kosten lässt sich die SPÖ den Wahlkampf nach eigenen Angaben 3,5 Mio. Euro. Das ist halb so viel wie bei der Nationalratswahl - und etwas (um 0,2 Mio. Euro) mehr, als die SPÖ 2014 an Rückerstattung zurückbekam.

EU-Pässe  der NEOS